Die geplante Verlängerung des Wehrdienstes auf insgesamt neun Monate, davon sechs Monate Grundwehrdienst und drei Monate Truppen- und Milizübungen, wird von beiden Vorarlberger Politikern als positiv bewertet. Sie stimmen in dieser Einschätzung mit der Offiziersgesellschaft Vorarlberg überein, diese hatte den Reformvorschlag als politisch halbherzig bezeichnet – mehr dazu in Offiziersgesellschaft kritisiert Ungleichgewicht (vorarlberg.ORF.at).

Kritisiert wird aber von beiden Politikern die Reform des Zivildienstes. Der derzeitige Gesetzesentwurf sieht vor, dass die zusätzlichen Zivildienstmonate zunächst freiwillig sind und erst unter bestimmten Voraussetzungen ab 2028 verpflichtend werden. Wallner fordert jedoch eine direkte Verlängerung ab Beginn, um die Balance zwischen Wehr- und Zivildienst zu wahren. Beide Politiker teilen auch hier die Meinung der Offiziersgesellschaft, dass sich durch die Verlängerung des Grundwehrdienstes noch mehr junge Menschen für den Zivildienst entscheiden werden, anstatt den Wehrdienst anzutreten.

Zivildienst immer attraktiver

Dass sich immer mehr Vorarlberger für den Zivildienst entscheiden, zeigen auch die Zahlen des ersten Halbjahres 2026. Derzeit sind 509 Zivildiener im Einsatz, das sind um 18,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Abgedeckt werden konnten 86,8 Prozent der verfügbaren Zivildienststellen. Mit einem Plus von 7,6 Prozentpunkten ist das der höchste Anstieg unter allen Bundesländern.

Größte Einsatzgebiete in Vorarlberg

Die drei größten Bereiche, in denen Zivildiener in Vorarlberg eingesetzt werden, sind das Rettungswesen mit 105 Dienstleistenden, die Sozial- und Behindertenhilfe mit 88 sowie die Altenbetreuung mit 60 Zivildienern. Diese Felder sind entscheidend für das soziale Gefüge im Bundesland, und der Einsatz von Zivildienern ist hier unverzichtbar.