Das Wasser im Bodensee wird für die Schifffahrt knapp. Derzeit beträgt der Wasserstand im Hafen Bregenz 296 cm. „Noch geht es“, aber wenn der Pegel weiter sinkt, werde man auch im Hafen Bregenz Probleme bekommen, sagte der Geschäftsführer der Vorarlberg Lines Alexandro Rupp gegenüber dem ORF Vorarlberg. „Wichtig wäre, dass der Pegelstand sich wenigstens hält und nicht weiter nach unten geht.“

Eigentlich sei der Bregenzer Hafen sehr lange befahrbar, weil er gut geschützt liegt, und keine Sedimente – zum Beispiel aus dem Rhein – in den Hafen gelangen. Derzeit habe der Wasserstand aber ein Niveau, das normalerweise eigentlich nur bei Niedrigwasser im Winter vorkomme.

Wasserstände in den Häfen werden überprüft

Die nächsten Tage werden zeigen, wie es mit der Schifffahrt auf dem Bodensee weitergehen wird: Derzeit werden alle großen Häfen am Bodensee auf ihre Wassertiefe geprüft, erst danach könne man entscheiden, welche Anlegestellen noch angefahren werden können, sagte Rupp. Die erste betroffene Anlegestelle wäre Langenargen am deutschen Bodenseeufer. Eng werde es ab 2,85 Metern.

„August liegt noch vor uns“

Für die Vorarlberg Lines verlief der bisherige Sommer sehr gut. Man sei mit den Passagierzahlen sehr zufrieden. Nun komme es aber darauf an, was der August noch bringe, der „wichtigste Monat“ für die Vorarlberg Lines, sagte Rupp. Um Gewinn zu haben, brauche es zwar schönes Wetter, „zuerst einmal wäre uns aber Regen lieber“, so der Geschäftsführer der Vorarlberg Lines.

Manche Bootsbesitzer sitzen fest

Während die großen Linienschiffe noch fahren können, sieht es für manche privaten Bootskapitäne trist aus: Vor allem in kleinen Häfen stecken Boote fest, wie zum Beispiel in Gaißau. Dort gibt es drei Häfen – und viele der Boote können nicht mehr herausfahren, weil sie zu wenig Wasser unter dem Kiel haben. Die Häfen in Hard – davon gibt es sieben – haben das Problem nicht, sagte der Harder Hafenmeister Martin Kleinbichler gegenüber dem ORF Vorarlberg: Derzeit kommen dort alle Bootsbesitzer ein und aus.

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Historischer Tiefststand

Der Bodensee verzeichnet derzeit einen der niedrigsten Wasserstände seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Der Pegel Bregenz liegt derzeit bei 296 (Stand Donnerstag, 30. Juli) und auch der Pegel Konstanz hat einen historischen Tiefststand erreicht.

Schneearmer Winter und anhaltende Trockenheit

Die Gründe für das historische Niedrigwasser sind laut Experten ein schneearmer Winter, geringe Zuflüsse aus den Alpen sowie die anhaltende Hitze und Trockenheit. Besonders im Mai und Juni fiel deutlich weniger Regen als üblich. Das normalerweise für Ende Juni erwartete Schmelzwasser-Maximum blieb weitgehend aus.