„So trocken war es noch nie“, sagt Siegbert Tenzer, Geschäftsführer der Agrargemeinschaft Nenzing. Aktuell fährt jeden Tag einen Traktor mit mehreren Tanks auf die Alpen, damit dort die Tiere mit Frischwasser versorgt werden können.
Die Quellen in der Höhe sind trocken oder liefern nicht mehr genug Wasser. Weiter unten fließe das Wasser noch gut, die Frage sei aber, wie lange noch. „Wir hoffen, die Trockenperiode überbrücken zu können.“ Auf den sieben Nenzinger Alpen befinden sich derzeit 1.200 Stück Vieh, 400 davon werden mit Notwasser versorgt.
Zwei kleinere Alpen sind laut Tenzer komplett ohne Wasser, sie werden per Hubschrauber mit Frischwasser versorgt. Sollte es in den kommenden Tagen nicht regnen, wird aber auch das Futter knapp, die Tiere müssten wieder ins Tal. Die geplanten Alpabtriebtermine werden aber fast sicher vorverlegt.
Zweiter Schnitt fehlt
Pro Tag braucht eine Mutterkuh 70 bis 80 Liter Wasser, erklärt Alpmeister Kilian Schmuck von der Alpe Furkla. Wassertechnisch sei es zwar noch in Ordnung, die Versorgung sei aber das „A und O“ für das Verbleiben auf der Alpe. In Sachen Futter schaue es auf der Oberalpe noch gut aus, aber „auf der unteren Alpe wächst nichts nach“. Der zweite Schnitt fällt fast komplett aus.
Um für die kommende Jahre genug Wasser auf den Alpen zu haben, müsse man über eine Wasserspeicherung nachdenken, sagt Siegbar Tenzer. Es brauche Rückhaltebecken und Reservoire, damit auch im Winter Wasser für die heißen Sommermonate gesammelt werden kann.