Der Wolf hatte am Sonntag ein Jungrind auf einer Alpe im Gemeindegebiet von Tschagguns getötet. Laut Land soll er auch für den Tod eines Esels und zumindest eines weiteren Rindes am Montag verantwortlich sein. Bereits nach dem ersten Riss am Sonntag erließ das Land eine Verordnung für den Abschuss des Wolfes. Mit dem Tod tritt diese Verordnung automatisch außer Kraft.
Wolf im Montafon von Jäger erlegt
„Nachdem die Verordnung in Kraft getreten ist, haben sich die Jäger in diesem Gebiet, wo die Risse passiert sind, positioniert und einen guten Plan ausgedacht“, berichtet der Landeswildbiologe im ORF-Interview: „Mit mehreren Jägern verteilt im Gelände muss man strategisch vorgehen. Und genau auf dieser Fläche, wo vorgestern der Riss passiert ist, ist der Wolf dann in der Nacht aufgetaucht und konnte von einem Jäger mit einem gezielten Schuss erlegt werden.“
Laut Schatz handelt sich um eine junge Wölfin, die etwa ein bis zwei Jahre alt war und noch nie Junge gehabt hat. Das könne man an den Zitzen feststellen.
Wolf wird untersucht
„Der Wolf konnte auf angemessene Distanz weidgerecht und schmerzfrei entnommen werden“, sagte Wildbiologe Hubert Schatz. „Eine funktionierende Alpwirtschaft ist mit einer Wolfspräsenz nur schwer vereinbar“, fügte Landesrat Christian Gantner (ÖVP) hinzu. Das getötete Tier wird nun genetisch untersucht. So soll sichergestellt werden, dass es sich um jenes Tier handelt, welches das Rind getötet hat, sagte Schatz gegenüber dem ORF Vorarlberg.
Bisher hat der Wolf vermehrt Schafe gerissen, nun sind es mit Rindern immer wieder größere Tiere. „Scheinbar ist es so, dass die Wölfe entdeckt haben, dass auch das Rind ein Beutetier für sie sein kann“, vermutet Schatz: „Das ist sicher individuell verschieden. Es gibt viele, die werden kein Rind angreifen, aber manche, die das vielleicht von den Elterntieren gelernt haben.“ Solche Tiere würden dann auch Rinder angreifen und seien problematisch: „Solche wollen wir nach unserer Vorarlberger Wolfsmanagement Verordnung auch rasch entnehmen, damit diese Tradition nicht an andere Tiere weitergegeben wird unter den Wölfen.“
Alpmeister erleichtert
Alpmeister Matthias Salzgeber von der Alpe Grabs-Alpila ist auf Nachfrage des ORF Vorarlberg erleichtert. Allerdings bleiben die getroffenen Vorsichtmaßnahmen vorläufig aufrecht. Salzgeber hatte berichtet, dass die Jungrinder über Nacht im Stall bleiben müssen. Die Kühe bleiben auf der Nachtweide unmittelbar am Alpgebäude. Es bleibe „ein mulmiges Gefühl“, ob wirklich der Wolf erlegt wurde, der für die vorangegangenen Risse verantwortlich war.