Der Verband sieht dadurch den Trainings- und Turnierbetrieb gefährdet, vor allem die bevorstehende Wintersaison sei nicht planbar. Die Mitglieder wurden bereits über die Situation informiert und vor erheblichen Auswirkungen gewarnt. So soll man sich etwa vorsorglich um Spielmöglichkeiten in anderen Tennishallen bemühen.

Betroffen sind laut Verband nicht nur Mitglieder mit Privat-Abos, sondern vor allem auch die Trainingsmöglichkeiten für Bundesliga-Mannschaften, das Leistungszentrum sowie die Nachwuchsförderung.

Ende der Tennis-Winterhalle: Zukunft ungewiss

Messe benötigt Hallen künftig selbst

Die Messe Dornbirn verweist auf ein neues Nutzungskonzept der Hallen, das bereits beschlossen wurde. Sport und Veranstaltungsbetrieb sollen künftig getrennt werden. Dieses geht mit der Neuausrichtung der Messe Dornbirn einher, unter anderem wird mit mehr Fokus auf Fachmessen für 2027 eine Belegungsquote zwischen 60 und 80 Prozent angepeilt – mehr dazu in Neues Konzept soll für Gewinne sorgen (vorarlberg.ORF.at).

Geschäftsführer Nilly Nail erklärt: „Halle eins bis sechs wird künftig ausschließlich für den Sportbetrieb verwendet. Für Halle 7, die dem Tennis derzeit noch zur Verfügung steht, gibt es eine Etappenplanung. Aufgrund unseres Eigenbedarfs wird der Tennisverband mittelfristig aber einen neuen Standort brauchen.“

Bisher mussten während des Messebetriebs mehrere Sportvereine und Verbände regelmäßig aus den Hallen weichen. Betroffen waren bisher acht Sportarten, darunter Handball, Eishockey, Turnen oder Tennis. Mit der sogenannten Sportzeile soll sich die Situation künftig ändern. Für die Sportlerinnen und Sportler sei ein Ganzjahresbetrieb in eigenen Hallen vorgesehen.

Verband kündigte Mietvertrag

Der Tennisverband hatte den Nutzungsvertrag für zwei Hallen bereits im Juni 2025 gekündigt. Grund dafür waren absehbare finanzielle Herausforderungen. „Der Schritt klingt für viele radikal, war aber notwendig. Das Land hat Anfang 2025 angekündigt, dass die Sonderförderung für die Halle gestrichen wird. Damit war die Finanzierung nicht mehr gesichert“, sagte Wolfgang Hämmerle, Präsident des Vorarlberger Tennisverbands.

Weil die Suche nach alternativen Standorten erfolglos blieb, sei auch eine neuerliche Nutzung der bereits gekündigten Hallen geprüft worden. Diese Flächen stehen jedoch nicht mehr zur Verfügung.

Dem Verband sei bewusst gewesen, dass die Sonderförderung im Juni 2026 ausläuft. Das Sportreferat des Landes betont auf Nachfrage, dass dies bereits länger kommuniziert worden sei und unabhängig vom budgetären Druck ohnehin erfolgt wäre.

Messe bietet Übergangslösung

Die Messe Dornbirn arbeitet derzeit an einer Übergangslösung für den Tennisverband. Bis Februar kommenden Jahres können die zwei Plätze in Halle 7 jedenfalls weiterhin genutzt werden. Durch den reduzierten Flächenbedarf eines Dauermieters könnte sich auch in der vormals für den Verband genutzten Halle 8 in bestimmten Zeitfenstern ein Spielbetrieb ergeben.

Aus Sicht des Tennisverbands reicht das allerdings nicht aus, um den gesamten Winterbetrieb sicher planen zu können. Deshalb fordert Hämmerle eine rasche Lösung: Ziel sei es, zumindest bis Februar 2027 wieder fünf Plätze nutzen zu können.

Ende August wird es ein weiteres Treffen zwischen Land Vorarlberg, Messe Dornbirn und Tennisverband geben. Dabei sollen mögliche Nutzungsvarianten und auch alternative Standorte besprochen werden.