„Vielfalt und Offenheit“ ist das Motto der Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ in Dornbirn. Für einige ist die geplante Lesung offenbar zu vielfältig und zu offen. Mittlerweile gibt es eine Online-Petition, die dazu aufruft, das Drag-Programm für Kinder beim Dornbirner Sommerfest abzusagen.
Gegnerinnen befürchten sexuelle Beeinflussung
„Kinder müssen geschützt werden“, betont Pensionistin Agnes Faist, die die Petition unterstützt: „Das ist für mich sexualisiert“. Man gehe schließlich auch nicht in der Unterhose über den Marktplatz oder im Bikini. „Dahinter steckt eine Agenda und das ist die queere Agenda. Die gibt es ja schon, aber die sollen die Kinder in Ruhe lassen.“
Pädagogin Karin Winsauer, ebenfalls eine Unterstützerin der Petition, ergänzt: „In diesem Status, in dem sich die Kinder befinden – und das ist ein absoluter Schutzstatus – sind wir als Bevölkerung und Gesellschaft verantwortlich, dass sie sich zuerst selbst finden können, also ihre Identität selbst finden können und nicht im Vorhinein von solchen, ja, wie soll ich sagen, Personen in irgendeine Richtung beeinflusst oder gedrängt werden“.
Kinderlesung mit Drag-Queens löst erneut Debatte aus
Stadt: Texte und Auftreten seien kindgerecht
Die Drag-Queens „Fräulein Bürgerschreck“ und „Athene Atlas“ haben geplant, ausgewählte Kinderbücher vorzulesen, erklärt Michael Rüdisser, Geschäftsführer des Dornbirner Stadtmarketings im Interview mit dem ORF Vorarlberg: „Wir transportieren keine sexuellen Inhalte“. Die Geschichten, die vorgelesen werden, seien beispielsweise von Christine Nöstlinger. „Es werden Disneylieder gesungen. Das sind die Kernelemente dieser Programminhalte.“ Auch die Kleidung der Drag Queens sei vorab besprochen worden: „Damit keinerlei Sexualisierung stattfinden wird“.
Im Programm von „Sommer im Park feiert bunt“ heißt es zum der interaktiven Kinderstunde am Samstag um 16.00 Uhr: „Ein fröhliches Format, das Kinder spielerisch an Musik, Geschichten und Vielfalt heranführt.“
Auftritt wird trotz Protesten stattfinden
Drei Tage lang geht der Sommer im Park – am Samstag findet ein „Pride“-Schwerpunkt statt – vom Stadtmarketing bewusst gewählt. Obwohl der Auftritt der Drag-Queens für teils heftige Reaktionen sorgt und auch Proteste angekündigt worden sind, werde der Programmpunkt durchgezogen, hieß es am Mittwoch.