Roland Schwendinger, Hafenmeister und Pächter der Seetankstelle des Motorboots und Segelsportvereins Schwedenschanze (MBSV), erklärt auf Nachfrage des ORF, dass Boote aufgrund des niedrigen Wasserstands häufiger Wasserpflanzen aus den flachen Uferbereichen reißen. Das Seegras sammelt sich anschließend zu größeren Feldern an der Wasseroberfläche.

Werden diese nicht entfernt, können sich die Pflanzen in Schiffsschrauben verfangen. Dadurch verlieren Boote an Leistung oder werden im schlimmsten Fall manövrierunfähig. Deshalb sind derzeit sowohl die „Seekuh“ als auch der MBSV regelmäßig im Einsatz, um größere Ansammlungen zu entfernen.

Badequalität bleibt ausgezeichnet

Die Badequalität im Bodensee leidet unter den aktuellen Bedingungen nicht. Wie Gerhard Hutter vom Umweltinstitut Vorarlberg erklärt: „Zwischen Ende Juni und Ende August werden an fünf Terminen Wasserproben an insgesamt 16 Badestellen entnommen. Die jüngste Untersuchung vom 20. Juli ergab an allen untersuchten Stellen eine ausgezeichnete Badequalität.“

Für die Bewertung werden verschiedene Keimparameter herangezogen. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung wirken sich laut Hutter sogar positiv auf diese Keime aus, da ihre Überlebenschancen dadurch sinken. Der niedrige Wasserstand hat daher keinen direkten Einfluss auf die Badequalität.

Höheres Risiko für Badedermatitis

Hutter betont, dass der gesunkene Wasserspiegel allerdings andere Begleiterscheinungen mit sich bringe. Wasserpflanzen erreichen früher die Oberfläche und wachsen vor allem in flachen Bereichen und Buchten stärker. Beim Baden, Schwimmen oder durch Wellenschlag werden sie häufiger ausgerissen und als Seegras an die Ufer angeschwemmt.

Wo viele Wasserpflanzen wachsen, kommen auch vermehrt Schnecken und Wasservögel vor. Unter günstigen Bedingungen können sich dadurch Zerkarien vermehren, die beim Menschen eine Badedermatitis auslösen kann. Außerdem besteht durch den niedrigen Wasserstand ein höheres Risiko, sich in muschelbewachsenen Uferbereichen zu verletzen.