Im Mai war, wie berichtet, in Südtirol ein Fall um grenzüberschreitend organisierten, illegalen Abfallhandel aufgeflogen. Im Zuge der Ermittlungen hatte ein Gericht in Trient europäische Haftbefehle gegen mehrere Personen erlassen.
Betroffen waren zwei Tiroler und ein Vorarlberger. Die ausgestellten Haftbefehle waren nicht vollstreckt worden. In Tirol waren lediglich Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Insgesamt hatten die italienischen Ermittler 19 Personen und drei Unternehmen ins Visier genommen. Zwölf Haftbefehle wurden ausgestellt.
Ascherückstände aus Biomasseanlagen
Im Mittelpunkt der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Trient standen Ascherückstände aus Biomasseanlagen, die laut Anklage als Holzkohle oder sogenanntes „Biochar“ deklariert und unter anderem zur Herstellung von Grillbriketts oder Düngemitteln verwendet worden waren. Laut den Ermittlern seien jedoch giftige Materialien verarbeitet worden. Chemische Analysen hätten erhöhte Konzentrationen polyzyklischer Kohlenwasserstoffe sowie Dioxine ergeben.
Vorwürfe gegen Umweltagentur Bozen
Die Staatsanwaltschaft warf Führungskräften und Mitarbeitern der Umweltagentur der Provinz Bozen (APPA) vor, das mutmaßlich illegale System unterstützt zu haben. Sie sollen Kontrollen verzögert, günstige Auslegungen von Vorschriften erstellt und Verwaltungswege aufgezeigt haben, um Umweltauflagen zu umgehen. Ohne diese institutionelle Unterstützung hätte das System nationalen und europäischen Kontrollen nicht standhalten können, hieß es in den Unterlagen der Ermittler.