Ein heißer Juni und die derzeitige Hitzeperiode haben die Menschen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Statistisch trinkt man pro Person fast 98 Liter Bier im Jahr. Es wird auch jetzt viel getrunken, aber der Bierkonsum sei insgesamt rückläufig, lautet die Aussage von den großen Brauereien im Land. Hitze sei ein „Bierkiller“ sagten fast alle Brauereien im Land, bei denen der ORF Vorarlberg nachgefragt hat.

„Alles über 30 Grad ist bierschädlich“

Thomas Pachole, Geschäftsführer der Mohren Brauerei in Dornbirn sagt im ORF-Interview: „Fürs Bier ist es natürlich nicht unbedingt optimal, wenn es über 30 Grad hat. Wir sagen bei uns in der Brauerei, alles über 30 Grad ist bierschädlich und wir spüren es am Umsatz insofern, dass Wasser mehr wird und das Bier konstant eher leicht rückläufig, weil es schlichtweg zu warm ist.“

Heißer Sommer dämpft Bierabsatz erheblich

Nur die kleinste Brauerei verkauft jetzt mehr

Und auch die Brauereien Frastanzer und Fohrenburger bestätigen diesen Trend. Mehr Bier bei großer Hitze würde nur die Brauerei in Egg verkaufen, sagt deren Geschäftsführer Lukas Dorner. Bei der kleinsten Brauerei des Landes im Bregenzerwald sei der Bierkonsum um 15 % gestiegen. „Es gibt natürlich Mikromärkte, die Umstände haben, die pushen“, erklärt Pachole: „Gerade im Bregenzerwald ist der Markt relativ klein und da spürt man auch kleine Bewegungen relativ schnell.“

Alle Getränkeumsätze lassen nach

Derzeit steige der Mineralwasserverbrauch. Aber übers Jahr gesehen, gehen die Jahresumsätze bei alkoholfreien Getränken wie Limo oder Wasser zurück. Die Menschen dürften mehr Leitungswasser trinken: „Ich glaube, dass das ein allgemeines Konsumthema ist, dass wir momentan in der Wirtschaft haben“, meint Pachole: „Die Leute sind einfach zurückhaltender und das spüren auch alle Getränkeproduzenten. Es hat letztes Jahr eigentlich keine Getränkekategorie in Österreich gegeben, die ein Plus gemacht hat. Es haben eigentlich alle Minus gemacht und einige sogar zweistellige Minuszahlen.“

Beim Bier setzt sich der Trend zum alkoholfreien Bier weiter fort. Die Verluste beim normalen Bier können damit aber nicht wettgemacht werden, sagt Pachole: „Es ist zwar eine der wenigen Produktkategorien, die wächst, aber damit muss man vorsichtig sein. Alkoholfreies Bier hat einen Marktanteil in Österreich bei vier bis fünf Prozent, also es ist eine Rand-Kategorie, aber eine gute Alternative, gerade jetzt, wenn es so warm ist wie jetzt, ist es ein gutes Elektrolytgetränk mit keinem oder ganz, ganz wenig Alkohol.“

Insgesamt sind die Brauereien im Land mit dem Geschäftsverlauf bis jetzt zufrieden, aber abgerechnet werde erst am Ende des Jahres.