Die Großwetterlage in Mitteleuropa macht auch den Vorarlberger Alpen zu schaffen. Es herrscht Trockenheit auf allen Alpen – egal in welcher Region des Landes. Manche Alpen – zum Beispiel im Hinteren Bregenzerwald und in Lech – hatten vielleicht ein bisschen mehr Glück, weil hin und wieder ein Gewitter ein bisschen Regen gebracht hat, sagt Christoph Freuis, Geschäftsführer des Vorarlberger Alpwirtschaftsvereins, aber längeren Regen gab es nirgends.
Zwei Wochen früher als geplant
„Zuerst geht das Wasser aus, dann fehlt das Futter, der Grund ist überall der gleiche, es gab keinen langanhaltenden Regen“, sagt Freuis. Jede Alpe müsse für sich selbst entscheiden, wann sie zurück ins Tal geht. „Aber heuer werden sicher sehr viele Alpen ca. zwei Wochen früher als geplant zurück ins Tal kommen – das heißt, bereits Mitte bis Ende August.“ – In anderen Jahren mit genug Futter kommen die Tiere von den meisten Alpen erst Anfang September zurück.
2018 letzter extrem trockener Alpsommer
Das letzte trockene Alpsommer war 2018, erinnert sich Freuis. Einige Alpen hätten in den vergangenen Jahren in die Wasserversorgung investiert, zum Beispiel wurden Wasserreservoirs gebaut. Dass heißt, das Wasser wird gesammelt und läuft nicht einfach ungenutzt den Hang hinunter.
Wasserversorgung investiert
Zum Beispiel auf der Alpe Grävis im Laternsertal wurde in die Wasserversorgung investiert – mit Erfolg. „Ohne das Wasserreservoir hätten wir schon längst ins Tal zurückkehren müssen“, sagte Alpmeister-Stellvertretender Werner Bischof gegenüber dem ORF Vorarlberg. Auf der Alpe können im Wasserreservoir 16.000 Liter Wasser gespeichert werden, ansonsten müssten jetzt Tausende Liter mit Tanks auf die Alpe gebracht werden.
Aber natürlich sei die Trockenheit auch auf der Alpe Grävis ein großes Thema – das Gras wachse nicht mehr. Bischof geht davon aus, dass die 105 Kühe nicht mehr auf die „Voralpe“ kommen, sondern direkt ins Tal gebracht werden. Mit den 213 Rindern werde man aber noch länger oben bleiben.
Wasserleitungen der Seilbahnen werden genutzt
Aber auch die Wasserleitungen für die Schneekanonen in den Skigebieten werden im Sommer genutzt – es gibt Wasseranschlüsse, die für die Wassertränken genutzt werden können, sagt Freuis. Auch in der benachbarten Schweiz werden die Schneekanonen für die Wasserversorgung genutzt – mehr dazu Wasser für Alpen aus Schneekanonen (vorarlberg.ORF.at).
Über 500 Alpen in Vorarlberg
In Vorarlberg werden etwa 520 bis 530 Alpen bewirtschaftet. Jährlich verbringen rund 40.000 Tiere, darunter viele Jungrinder und Milchkühe, den Sommer auf den Alpen des Landes. Von diesen Alpen sind etwa 130 sogenannte Sennalpen, auf denen Milch direkt verarbeitet wird, etwa zu Vorarlberger Alpkäse oder Sura Kees. Rund 40 Prozent der Landesfläche Vorarlbergs sind dabei Alpgebiete.