Er ist die größte und wohl auch umstrittenste Baustelle des Landes: Der Feldkircher Stadttunnel soll ab 2030 die Wege zwischen der Innenstadt und der Autobahn verkürzen. Auch die Ortsteile Tisis und Tosters sollen entlastet werden.

Millionenprojekt erhitzt die Gemüter

Gegnerinnen und Gegner befürchten, dass der Tunnel zusätzlichen Schwerverkehr anziehen wird. Befürworter erwarten sich eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation auf der Liechtensteiner Straße und an der Bärenkreuzung.

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Bisherige Einsprüche gegen das Projekt sind allerdings im Sand verlaufen – mehr dazu in Stadttunnelgegner scheitern vor Gericht. Ein von der UVP-Behörde verhängter Baustopp hat sich als gesetzwidrig erwiesen. Er hat aber zu Verzögerungen bei den Tunnelarbeiten geführt.

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„Trotz des Baustopps ist es uns gelungen einen Teil dieses Zeitverlustes wieder aufzuholen“, sagt Projektleiter Bernhard Braza im Gespräch mit dem ORF Vorarlberg. Das große Ziel sei durch den UVP-Bescheid vorgegeben, so Braza. Der Tunnel müsse bis 2030 vollendet sein.

Zahlreiche Auflagen für das Großprojekt

Die Umwelt- und Klimafolgen des vierastigen Stadttunnels, den seine Gegner gerne als „Tunnelspinne“ bezeichnen, stehen immer wieder in der Kritik. Es gebe Auflagen, was den Gewässer-, Lärm und Luftqualitätsschutz betreffe, betont Braza. In Summe enthalte der UVP-Bescheid über 400 Auflagen.

Beim Budget für ein derartiges Großprojekt gebe es immer Unsicherheiten, es sei zum Beispiel nicht abschätzbar wie sich der Iran-Krieg letztlich auf die Energiepreise und diese wiederum auf die Baukosten auswirken würden. Allerdings sei es gelungen, Teilprojekte wie den Erkundungsstollen Tisis um einiges günstiger abzurechnen als ursprünglich veranschlagt, sagt Braza.

Die Gesamtkosten für das Projekt sollen zwischen 367 und 385 Millionen Euro liegen. Darin seien aber nicht nur die Baukosten, sondern auch die Ausgaben für Grundablösen, Planungen, Gutachten oder Verfahren enthalten, betont Braza. Von der Opposition hatte es immer wieder Kritik an den Ausgaben für den Stadttunnel und deren langfristige Auswirkungen auf das Landesbudget gegeben. ÖVP und FPÖ haben stets betont, am Projekt festzuhalten.

Neue Bauphase ab Herbst

Ab September soll der Ast Felsenau fertig ausgebrochen sein. Ab Oktober oder November wird dann jener Bereich im Tunnel aufgeweitet, in dem dann der unterirdische Kreisverkehr entstehen soll. Anschließend wird die Kaverne für den Lüftungsschacht auf dem Feldkircher Stadtschrofen ausgebrochen. Dort wird auch die Löschwasserversorgung untergebracht.

Anschließend wird der Ast Tisis ausgebrochen. Ab Oktober wird dort bereits das Portal vorbereitet, über das in Zukunft insbesondere der grenzüberschreitende Schwerverkehr aus Liechtenstein die Innenstadt umfahren soll. Der Tunnelast Tosters sollte parallel dazu angegangen werden, hier steht aber noch eine Änderung des UVP-Bescheides aus – mehr dazu in Keine Teilöffnung für Stadttunnel.

Ursprünglich war hier geplant, zunächst von Tosters aus den Fluchtstollen zu errichten und das Abbruchmaterial mit Lkw über die Stadt abzutransportieren. Nun will man die Vortriebsrichtung ändern und auch hier das Gestein im Tunnel nach Frastanz bringen. Das soll einerseits Kosten sparen und andererseits die Bärenkreuzung entlasten.

Gestein wird im Tunnel abtransportiert

Der Vortrieb für die einzelnen Stollen wird über das Portal Frastanz erfolgen. Das Abbruchmaterial wird entsprechend rückwärts aus den Seitenästen abtransportiert. Das Material wird zerkleinert, per Förderband über die Landesstraße und die Ill transportiert und dann anschießend per Bahn weiterbefördert.

Ob und wie das Ausbruchmaterial weiterverwendet werden kann, hängt von der Qualität der Gesteinsschichten des Stadtschrofens ab. „Aktuell haben wir eine sehr gute Geologie und sind sehr zufrieden mit der Gesteinsqualität“, sagt dazu Simon Lenz, er ist beim Projekt Bauleiter unter Tage.