Die Grünen zeigen sich in einer Aussendung am Mittwoch entsetzt über den mutmaßlichen Fall der Tierquälerei und fordern vollständige Aufklärung. Der Klubobmann der Grünen, Daniel Zadra, betont in einer Aussendung am Mittwoch: „Eine solche Viehhaltung hat in unserem Land keinen Platz.“ Zadra appelliert an Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP), die Vorfälle restlos aufzuklären. Auch von der Standesvertretung der Bauern wird Klartext erwartet.
Eine rasche und lückenlose Aufklärung fordert auch die SPÖ. „Gerade von einem Tierarzt darf man einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erwarten“, sagt SPÖ-Landwirtschafts- und Tierschutzsprecher Reinhold Einwallner und verweist in diesem Zusammenhang auf die Unschuldsvermutung. Gleichzeitig dürfe man den Fall nicht auf die gesamte Vorarlberger Landwirtschaft umlegen, eine große Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern gehe verantwortungsvoll mit den Tieren um, so Einwallner in einer Aussendung.
NEOS-Tierschutzsprecherin Fabienne Lackner verlangt eine unabhängige Prüfung der Situation und eine sofortige Sicherung des Tierwohls. Laut Lackner ist der Fall nicht mit dem Verweis auf unbrauchbares Videomaterial abzutun, da seit Monaten regelmäßig Meldungen über Missstände eingehen.
Tierarzt bestreitet Tierquälerei
Ein Video zeige einen Tierarzt, der mit einer Taschenlampe einen Stall betritt und auf eine Kuh eingeschlagen haben soll. Die Vorfälle seien mehrfach den Behörden gemeldet worden, zuletzt Ende Juli, woraufhin die Polizei Anfang August den Stall untersuchte. Der Tierarzt bestreitet nach Angaben der Zeitung jede Form der Tierquälerei und erklärt, er habe in der Nacht nur Ungeziefer vertrieben. Das laute Geräusch sei entstanden, als er eine Kuh aus einem Futtertrog rettete. Immer wieder betont der Tierarzt, dass Schläge auf Kühe sinnlos seien und seine Tiere ihn lieben würden.
Polizei ermittelt
Die Landespolizeidirektion Vorarlberg bestätigt laufende Ermittlungen auf Grundlage eines Videos und mehrerer Meldungen. Landesveterinär Norbert Greber erklärte gegenüber der „NEUE“, es gebe keine konkreten Vorwürfe der Tierquälerei. Er kündigte dennoch eine Vor-Ort-Prüfung an, um mögliche Verstöße zu ermitteln. Greber gibt allerdings zu bedenken, dass das Videomaterial von schlechter Qualität sei. Eine endgültige Klärung ist noch ausständig.
Kritik von Tierschutzorganisationen
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) bezeichnet die Vorfälle als erschütternd. Falls die Vorwürfe stimmen, handle es sich nicht um einen einmaligen Fehltritt, sondern um anhaltende Gewalt gegen wehrlose Tiere. Der VGT fordert ebenfalls eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe.