Der Wasserstand des Bodensees sinkt derzeit täglich um rund zwei Zentimeter. Das hat nun auch Folgen für die Kursschifffahrt der Vorarlberg Lines. In Langenargen am deutschen Seeufer sei das Einlaufen für die Kursschiffe seit dieser Woche nicht mehr möglich, so Vorarlberg Lines-Geschäftsführer Alexandro Rupp gegenüber dem ORF Vorarlberg. „Bei den Rundfahrtschiffen ist es so, dass seit dieser Woche die Anlagestelle Lochau weggefallen ist.“

Alle anderen Häfen und Anlegestellen auf der Strecke Bregenz-Lindau-Meersburg-Konstanz seien befahrbar, so Rupp. Kursschiffe könnten nur in Langenargen nicht anlegen. Für E-Rollstuhlfahrer und -Fahrerinnen etwa könne es aber Einschränkungen bei weiteren Anlegestellen geben.

Noch keine Probleme im Bregenzer Hafen

281 cm betrug der Wasserstand des Bodensees in der Bregenzer Bucht am Donnerstag. Das ist der niedrigste Wert, der zu dieser Zeit je verzeichnet wurde – seit man 1864 mit den Messungen begonnen hat. Mit einem solchen Pegelstand sei der Bregenzer Hafen aber ohne Probleme befahrbar, so Rupp.

So laufe der Fahrbetrieb der Vorarlberg Lines von Bregenz nach Konstanz, Meersburg und zur Insel Mainau im Normalbetrieb, ebenso die Event- und Rundfahrten ab dem Hafen Bregenz. Die Entwicklung werde aber laufend beobachtet, so Rupp.

Viele Boote werden bereits ausgewassert

Den kleineren Häfen wie in Gaißau am Alten Rhein geht allerdings langsam das Wasser aus. Felix Schwärzler, Obmann des Yachtclubs Wetterwinkel in Gaißau erzählt, dass manche Boote auch ohne Leinen an Ort und Stelle bleiben – weil sie ganz einfach im Dreck stehen.

Am Freitag werden im Wetterwinkel 14 Segelboote aus dem Wasser geholt, die wegen ihres Kiels einen Tiefgang um die 1,60 m haben. „Motorboote haben 60 bis 80 Zentimeter, momentan liegen wir bei einem Meter“, so Schwärzler – viel dürfe das Wasser also nicht mehr zurückgehen, sonst werde es auch für die Motorboote kritisch.

Seegras wächst heuer besonders stark

In der Fußacher Bucht verläuft eine schmale Fahrrinne, die immer wieder ausgebaggert wird und als Zufahrt für die Häfen dort dient. Sie musste zuletzt vom Seegras befreit werden, das heuer besonders stark wächst. Rund drei Tonnen Seegras habe man aus dem See geholt, sagt Roland Schwendinger, Hafenmeister des Motorboot-Segelsportverein (MBSV) Schwedenschanze.

Hier können die Segelboote noch zufahren – die Freizeit-Kapitäne müssen aber genau rechnen. Auch Segler Kurt Thurnher beobachtet die Situation aufmerksam. Sein Schiff habe einen Tiefgang von 1,80 Meter, die Wassertiefe betrage derzeit rund 2,10 Meter: „Wenn das nochmal eine Woche so weitergeht, können wir es rausnehmen“, sagt Schwärzler. Einige Bootsbesitzer am See haben schon den Hafen gewechselt – die Häfen helfen sich gegenseitig aus.