Vor allem für ältere Menschen können die steigenden Temperaturen im Sommer zur Belastung werden. Das Durstgefühl lässt mit zunehmendem Alter häufig nach, gleichzeitig geraten einfache Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Trinken, Lüften oder Beschatten leicht in Vergessenheit. Dadurch steigt das Risiko für Dehydrierung und Überhitzung.
Hier setzt das Forschungsprojekt „KLINGEL“ (Klima-angepasst und gesund leben) der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) an. Gemeinsam mit der Regio Walgau, den Sozialdiensten Götzis sowie den Praxispartnern Butterweck KG/SimpleSteps und Intefox GmbH hat das Projektteam einfache digitale Lösungen entwickelt. Sie sollen ältere Menschen dabei unterstützen, besser mit Hitze umzugehen, und gleichzeitig Pflegekräfte entlasten.
Ziel: Unkomplizierte Integration in den Alltag
Um die Belastung durch Hitze zu verringern, testete das Team digitale Lösungen, die sich möglichst unkompliziert in den Alltag integrieren lassen. Dazu gehören etwa intelligente Trinkbecher, die ans regelmäßige Trinken erinnern und Pflegekräfte bei der Erstellung von Trinkprotokollen unterstützen. Raumklimasensoren, die mit Wetterdaten verknüpft sind, zeigen die optimalen Zeitpunkte zum Lüften und Beschatten an. Ergänzend informieren SMS-Nachrichten darüber, wann ausreichend getrunken sowie gelüftet und beschattet werden sollte.
Die digitalen Unterstützungsangebote seien von den älteren Menschen überraschend gut angenommen worden, sagt Projektleiter Tobias Werner vom Forschungszentrum Human-Centred Technologies der FHV. Besonders die intelligenten Trinkbecher seien von Anfang an auf große Akzeptanz gestoßen.
Markteinführung ist geplant
Das Projekt zeige, dass sich das Wohlbefinden älterer Menschen bereits mit einfachen Mitteln deutlich verbessern lasse – ohne sie mit komplizierter Technik zu überfordern. Nun sollen die entwickelten Lösungen auch in die Praxis gebracht werden.
Geplant ist ein Geschäftsmodell für die sensorgestützte Trink- und Raumklimaüberwachung sowie für die digitalen Erinnerungssysteme. Erste Schritte in Richtung Markteinführung sind im Bodenseeraum vorgesehen.