Über 7.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind derzeit ohne Nahversorger im eigenen Ort und müssen auf eine andere Gemeinde ausweichen. Das ist etwa in Möggers, Röns und Stallehr der Fall. Das zeigt eine Aufstellung der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Demnach gibt es in zwölf Gemeinden kein Lebensmittelgeschäft – trotzdem sei die Versorgung auf hohem Niveau. Für 79 Prozent der Bevölkerung sei ein Geschäft innerhalb eines Kilometers erreichbar.
„Rückenwind für lokalen Nahversorger“
In Brand gibt es ein Lebensmittelgeschäft. Den Neubau hat das Land nun mit 150.000 Euro gefördert. „Durch die Unterstützung geben wir einem lokalen Nahversorger Rückenwind und investieren in die Lebensqualität vor Ort“, sagt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. Mit der Förderung von Nahversorgern verfolge man das Ziel, eine wohnortnahe und verlässliche Versorgung sicherzustellen sowie gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen zu schaffen.
880.000 Euro für Betriebskosten
Im vergangenen Jahr hat das Land 43 Lebensmittelgeschäfte mit Zuschüssen von rund 880.000 Euro gefördert, um den Fortbestand der Dorfläden in kleineren Gemeinden sicherzustellen. Der Betriebskostenzuschuss beträgt maximal 27.500 Euro. Zusätzlich zahlt das Land auch Investitionszuschüsse aus, etwa wenn ein Geschäft neu errichtet oder erweitert wird.
Förderungen von Bizau bis Viktorsberg
Auch heuer hat das Land schon einiges ausbezahlt. In der Datenbank des Landes, in der die Förderungen aufgelistet sind, werden unter anderem der Spar-Markt Schwendiger in Dornbirn-Watzenegg mit 27.000 Euro, der Adeg in Schoppernau mit 3.700 Euro und der Konsum in Bizau mit einer Förderung von knapp 3.000 Euro angeführt. 27.500 Euro sind auch schon für den Dorfladen in Dafins/Zwischenwasser geflossen. Die jüngste Förderung ist mit 31. Juli für den Dorfladen in Viktorsberg mit 14.500 Euro angegeben.
Auch ein Treffpunkt
Auch die Förderung für den Nahversorger in Brand ist mit 150.000 Euro bereits in der Aufstellung zu finden. „Nahversorger im Ort sind Geschäft und Treffpunkt zugleich. Sie binden die Wertschöpfung in der Region und halten die Dorfgemeinschaft zusammen“, sagt Landesrat Tittler. Damit das Netz aber dauerhaft tragfähig bleibe, brauche es auch treue Kundinnen und Kunden: „Wer im Ort einkauft, stärkt den Nahversorger.“
Große Geschäfte werden mehr
Laut dem Bericht der Wirtschaftskammer entwickelt sich der Trend aber klar hin zu größeren Betriebstypen. „Während kleine Geschäfte zunehmend an Bedeutung verlieren, wachsen insbesondere Supermärkte (400 bis 999 Quadratmeter) sowie Verbrauchermärkte ab 1.000 Quadratmeter kontinuierlich weiter. Seit dem Jahr 2000 konnten Supermärkte ihre Flächen um rund 42 Prozent steigern, Verbrauchermärkte sogar um 56 Prozent“, heißt es in der Strukturerhebungsanalyse des Vorarlberger Lebensmittelhandels.