An zahlreichen Stellen in der Stadt meldete Greenpeace den Fund von Asbestgestein in Straßenbelägen. Die Stadt Wien entnahm dort selbst Proben und ließ diese von einer akkreditierten Prüfanstalt testen. Die Ergebnisse bestätigen nun den Verdacht der Umweltschutzorganisation, die das Gestein ebenfalls in Laboren untersuchen lassen hat.
Stadt Wien prüft 40 Straßen auf Asbestbelastung
Laboruntersuchungen von Kernbohrungen der Stadt Wien haben den Verdacht auf Asbest im Asphaltbelag bestätigt. Aus den ursprünglich sechs belasteten Straßen wurden mittlerweile 40 Verdachtsfälle.
Die Stadt ergreift nun an den bestätigten Fundorten Maßnahmen, um eine dauerhafte Bindung des Materials sicherzustellen, wie sie in einer Aussendung betonte. Konkret wurde aktuell in der Rosenhügelstraße, Anton-Freunschlag-Gasse, Bertegasse, Wernergasse und Stieglergasse der Verdacht bestätigt. Weitere gemeldete Flächen werden aktuell untersucht. Bei aktuellen Straßenbauprojekten schließt die Stadt aus, dass asbesthaltiges Gestein verwendet wird.
Asphaltschicht über Asbestgestein
Die betroffenen Bereiche werden mit einer Deckschicht versiegelt. „Eine Versiegelung ist in kurzer Zeit umsetzbar, das asbesthaltige Material wird überdeckt und eingeschlossen, eine Freisetzung von Asbestfasern wirksam unterbunden“, sagte der stellvertretende Abteilungsleiter der MA 28 (Straßenbau), Wolfgang Ablinger.
Anders als beim Versiegeln der Oberfläche bestehe beim Fräsen, Aufgraben und Abtragen des Asphalts die Möglichkeit der Freisetzung von Fasern. Die Deckschicht werde so rasch wie möglich – jedenfalls noch im Laufe des Sommers – aufgetragen, sagte ein Sprecher der MA 28 zur APA.
Der Leiter der Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin an der MedUni Wien, Hans-Peter Hutter, betonte: „Aus umweltmedizinischer Sicht ist entscheidend, ob Asbestfasern tatsächlich freigesetzt und eingeatmet werden können. Wird asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, ist das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering einzustufen.“
Lob von Greenpeace
Die MA 28 geht davon aus, dass das Asbestgestein bei den bisher gemeldeten Straßenabschnitten im Zuge von Ausgrabungen und lokalen Instandsetzungsmaßnahmen eingebaut wurde. Die Stadt arbeitet mit Expertinnen und Experten an langfristigen Lösungen zum Umgang mit Asbest. Die Fundorte werden in einem Register vermerkt. „Aufgrabungen und Umbauarbeiten sind dann nur noch unter klar vorgegebenen Bedingungen möglich, die die Freisetzung von Asbestfasern in die Luft verhindern“, hieß es von der MA 28.
Lob für die Maßnahmen kommt von Greenpeace: „Die Stadt Wien handelt vorbildlich. Jede Verdachtsfläche wird von den Behörden geprüft, und es werden unverzüglich Maßnahmen gesetzt“, sagte Stefan Stadler vom Investigativteam der Umweltschutzorganisation. Insgesamt habe Greenpeace bereits 40 Verdachtsflächen an die Stadt weitergemeldet.