Zu Fuß die Stadt erkunden und Neues über das eigene Zuhause lernen – das bietet das Wiener Kollektiv Whoosh heuer zum bereits siebten Mal an. Bis zum 2. August werden täglich verschiedene Spaziergänge organisiert. Jede Tour hat einen speziellen Fokus. „In unserer Walking Week versuchen wir all diese Elemente, die wir normalerweise auf Reisen suchen, in Wien wiederzufinden. Wir zeigen euch damit, dass ihr getrost auf Flugzeuge, Umweltschäden und hohe Kosten verzichten könnt und trotzdem zu eurer Sommerentspannung kommt“, heißt es von den Initiatoren.

„Wir kämpfen hart gegen Sisi & Schnitzel

„Wir kämpfen hart gegen Sisi & Schnitzel“, sagt Eugen Quinn gegenüber ORF Wien. Der gebürtige Brite leitet die Touren seit mehreren Jahren. Einen Führerschein besitze er nicht, er sei immer zu Fuß unterwegs, erzählt er. Jedes Jahr entwickelt er neue Touren – darunter auch sehr ausgedehnte wie die Bioweinwanderung, die fünf Stunden lang über den Bisamberg führt.

Für alle Hardcore-Stadtwanderer ersann er gemeinsam mit dem Wien Museum die zwölf Stunden lange Otto-Wagner-Tour: „Wir besuchen jedes Stück Otto Wagner in der ganzen Stadt. Er hat die Stadt gebaut, so, es dauert ein bissl natürlich.“ Insgesamt sind es jedes Jahr 17 Touren. Elf komplett neue Walks gibt es heuer sowie sechs weitere aus den Vorjahren: im Angebot etwa eine Tour zur Ziegelarchitektur in Favoriten, durch das jüdische und das tschetschenische Wien. Eine weitere Tour widmet sich dem Thema „Turbocapitalism – Born in Wien“, eine andere der legendären „Wilden Wanda“.

Perspektivenwechsel am „Walk-to-Work-Day

Außerdem gibt es einen „Walk-to-Work-Day“ („Geh-zur-Arbeit-Tag“), um mehr Menschen zu animieren, zu Fuß zur Arbeit zu gehen. Natürlich könne man nicht alle in die Arbeit begleiten, erklärt Quinn das Konzept. Es sei „Freestyle“, jeder könne sich dafür entscheiden: „Okay, ich habe das nie probiert. Wie lang dauert es? Gibt es einen interessanten Weg? Das ist wirklich eine neue Perspektive, weil die Autofahrer entscheiden sich für den schnellsten Weg, die Fußgänger für den schönsten.“