Der Grund für das Aus: Der Fonds Soziales Wien (FSW) stellte die Förderung ein, obwohl pro Monat noch immer an die 1.000 Vertriebene nach Österreich kommen. Die Stadt begründete das Auslaufen der Förderung laut „Train of Hope“ damit, dass man sich auf die Kernleistung der Grundversorgung beschränken möchte.

Community Center für Ukraine-Vertriebene schließt

Lokalaugenschein im Ukraine-Community-Center

Doch der Bedarf sei ungebrochen, sagte Nina Andresen von „Train of Hope“ am Freitagabend gegenüber „Wien heute“. Es gebe keine Alternativen zum Community Center. Rund 400 Menschen wurden Tag für Tag in dem mehrstöckigen Neubau mit Sprachkursen, Hilfestellungen und Kleidung versorgt und unterstützt. Es gab auch eine kaffeehausähnliche Begegnungszone im Erdgeschoß. Rund 700 Freiwillige wirkten bei der Hilfe mit.

Einige Menschen kamen am Freitag ein letztes Mal, um sich noch Kleidung abzuholen. Neben Tränen gab es am letzten geöffneten Tag aber auch viel Dankbarkeit – etwa für insgesamt 900 Workshops und 600 Kurse, die hier angeboten worden sind.

„Menschen verlieren zum zweiten Mal ihr Zuhause“

Für viele sei jetzt der zentrale Anlaufort weggebrochen, sagte Andresen. Zuletzt seien viele Menschen gekommen, um sich zu bedanken. Sie sagten, dass sie nun „zum zweiten Mal ihr Zuhause“ verlören.

Nina Andresen („Train of Hope“)

„Herausforderung und Unterstützungsbedarf der Menschen bleibt“, sagt Nina Andresen („Train of Hope“) im ORF-Wien-Studiogespräch

Das bestätigt auch die 50-jährige Olena Demianchuk. Ihr besonderer Dank gilt am letzten Tag den Kursleiterinnen und Kursleitern, vor allem jenen, die im Community-Center Deutsch unterrichteten: „Sie bauen wie niemand andere eine Brücke. Wir alle haben gespürt, dass sie ihre Arbeit mit großer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft machen.“

Spenden reichen für Betrieb nicht aus

Ende 2025 wurde die Förderung gestrichen – laut Andresen rund 600.000 Euro pro Jahr. Die Verhandlungen mit öffentlichen Geldgebern kamen zum Stillstand. Aussicht auf ein neues Community Center gibt es derzeit nicht. Die Spenden alleine reichen dafür nicht aus. Andere Angebote von „Train of Hope“ wie eine Lebensmittelausgabe sollen bis auf weiteres aber bestehen bleiben.