1,5 Millionen Badegäste zählt die Stadt jährlich in den Bädern der Alten Donau und an den freien Badestellen. Die sorgen aber auch dafür, dass das Gewässer verschmutzt wird, sagte Loew in der „Wien heute“-Interviewreihe „Bei uns“. „Wir sind draufgekommen, dass ungefähr 80 Prozent der Einträge vom Menschen stammen und nur 20 Prozent Einträge von Laub, Wasservögeln und allem anderen sind.“
„Ein Naturgewässer ist kein WC“
Unter Einträge sind Sonnencreme, aber auch Urin zu verstehen. „Die Wiener und Wienerinnen kommen hin, schmieren sie sich mit Sonnencreme ein und dann gehen sie ins Wasser. Dann nach ein paar Stunden denken sie sich: Das WC ist ein bisschen weiter weg. Auch das kann man so erledigen. Das ist das, worauf wir in Zukunft wirklich schauen sollen, dass die Leute bewusster damit umgehen.“
Der Leiter der Wiener Gewässer gab als Verhaltensregel aus, dass sich die Badegäste nicht direkt vor dem Schwimmen mit Sonnencreme einschmieren und bei den öffentlichen Duschen abduschen sollten. Und: „Ein Naturgewässer ist kein WC“, ermahnte Loew.
Gefahr, dass Alte Donau kippt
Die Gefahr sei, dass die Alte Donau kippt. „Wir haben naturnahe Gewässer, die halten viel aus. Aber alles, was zu viel hineinkommt und nicht verarbeitet werden kann, das wird gespeichert. Und irgendwann ist es halt zu viel und dann kippt es.“ Bis das passiert, könne es Jahre dauern. In den 1990er-Jahren sei das zuletzt passiert. „Das hat viel Anstrengung erfordert und es ist über Jahre gegangen, dass wir die Alte Donau wieder zu einem Badegewässer gemacht haben.“
Gerald Loew im „Wien heute“-Interview
Die Alte Donau unter den vielen Nutzerinnen und Nutzern. 80 Prozent der Verschmutzung wird laut dem Leiter der Abteilung für Wiener Gewässer (MA 45), Gerald Loew, von Badenden verursacht, durch Urin oder Sonnencreme.
Generell haben aber auch die immer öfteren Hitzewellen Auswirkungen auf die Gewässer. „Die Wasserstände werden geringer. Das heißt, die Wassermenge, die im Endeffekt vorhanden ist, wird kleiner. Es wärmt sich auf. Dadurch wird die Biozönose massiv gesteigert.“ Die Stadt befüllt die Alte Donau deshalb über die Neue Donau mit frischem Wasser. Vor zwei Wochen passierte das zuletzt: „Zehn bis 20 Zentimeter haben wir angehoben.“