Rollläden oder Markisen halten Hitze draußen, bevor sie ins Innere gelangt. Das senkt den Energiebedarf für Kühlung und macht das Leben in den Wohnungen erträglicher. Doch gerade in Schutzzonen und bei Gründerzeithäusern ist die Gestaltung heikel, weil die Stadt vorgibt, dass auf ein einheitliches Erscheinungsbild zu achten ist.

System von zahlreichen Faktoren abhängig

Der neue Leitfaden der Magistratsabteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) zeigt Möglichkeiten, wie das geht: „Die Anpassung an den Klimawandel ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Gerade bei historischen Gebäuden müssen wir dabei besonders sensibel vorgehen. Mit einer sorgfältigen Planung können wir beides erreichen: mehr Schutz vor Hitze und ein attraktives, harmonisches Stadtbild“, sagte Franz Kobermaier, der Leiter der MA 19.

Fotostrecke mit 6 Bildern

Im Leitfaden sind verschiedene Lösungen angeführt: Rollläden, Außenjalousien, Raffstores, Markisen oder Klapp- und Faltläden. Welches System am besten passt, hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie dem Fenstertyp und der Öffnungsrichtung über die Fassadengestaltung bis hin zur Frage, ob ein einzelnes Fenster oder eine gesamte Fassade betrachtet wird.

Sonnenschutz auf Architektur abgestimmt

„Entscheidend ist, den Sonnenschutz auf die Architektur und die konkrete bauliche Situation abzustimmen. Gerade bei historischen Fassaden kann die Orientierung an bewährten, traditionellen Formen ein guter Ausgangspunkt sein“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Stadtbildbegutachtung in der MA 19, Irene Lundström.

In Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre gelten besondere Anforderungen. So sollte der Sonnenschutz auf die Wandfarbe und das Wandmaterial abgestimmt sein. Für die Anbringung von Sonnenschutzvorrichtungen ist in diesen Bereichen eine Bauanzeige bei der Baupolizei erforderlich. Der Leitfaden liefert auch konkrete Umsetzungsbeispiele.