29 Grad zeigte das Thermometer in einer Wiener Wohnung am Donnerstag an. Sogar in der Nacht auf Freitag sank die Temperatur kaum ab. Es sind besondere Bedingungen, die der Klima- und Energieexperte Marc Dengler von Greenpeace gemessen hat. Seit Anfang Juni werden die Temperaturen in zwölf Wiener Wohnungen gemessen, um die besonderen Belastungen für Menschen durch Hitze in ihren Wohnungen aufzuzeigen.
Demnach war es im Inneren aller dieser Wohnungen innerhalb eines ganzen Tages mindestens sieben Stunden lang heißer als außerhalb. Die Temperaturen stiegen auf bis zu 34 Grad. Wie heiß es in einer Wohnung wird, hänge unter anderem davon ab, wie die Häuser gedämmt sind und wie viel Grün rundherum zu finden sei, so Dengler: „Besonders in eng verbauten Gegenden werden die Temperaturen in den Wohnungen besonders heiß. Auch Frischluftschneisen sind besonders wichtig und helfen, die Wohnungen wieder abzukühlen.“
Volkshilfe fordert Maßnahmen der Regierung
Die aktuellen Ergebnisse lassen auch bei der Volkshilfe die Alarmglocken schrillen. So gebe es alleine in Wien mehr als 570.000 Menschen, die armutsgefährdet sind und auch während der Hitze dringend Hilfe brauchten, wie Judith Ranftler von der Volkshilfe betonte, „weil viele Kühlungsmaßnahmen mit finanziellen Mitteln zusammenhängen. Wie thermische Sanierungen oder eine Jalousie oder einfach ein Schwimmbadbesuch, das ist alles mit finanziellen Mitteln verbunden, die armutsbetroffene Menschen nicht haben“.
Hitze: Besonders Ältere betroffen
39,7 Grad in Wien-Stammersdorf: Die zweite Hitzewelle rollt. Während der ersten Welle von Ende Juni bis Anfang Juli sind laut Statistik Austria in Österreich deutlich mehr Menschen gestorben als sonst zu dieser Zeit. Auch jetzt leiden besonders ältere Menschen unter der Hitze.
Besonders für ältere Menschen, die weniger mobil sind, bräuchte es von der Stadt viel mehr konsumfreie, klimatisierte Räume und konkreten, nachhaltigen Schutz. Die Volkshilfe fordert daher von Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP), endlich eine Sanierungsoffensive zu starten, sowie von Wohnbauminister Andreas Babler (SPÖ), den Hitzeschutz im Mietrecht zu verankern.