2019 wurde beim damals sechs Monate alten Michael aus Niederösterreich Leukämie diagnostiziert. Die Therapie im Spital allein genügte nicht. Aufgrund eines hohen Rückfallrisikos war eine Stammzellspende notwendig. Im Sommer 2018 hatte sich der damals 19-jährige Lukas in Hannover nach einer Kampagne an seiner Schule als Stammzellenspender registrieren lassen.
Ein Jahr danach erhielt er das Hilfegesuch für eine Spende. Seine Spende rettete Michaels Leben. Nach einem Bluttest, „um sicherzustellen, dass ich das beste Match bin“, erfolgte dann die Spende. Nach zwei Nächten und einer kleinen Operation war es getan. „Minimale Rückenschmerzen danach, und das war’s“, erinnerte sich Lukas.
Trefferwahrscheinlichkeit von 1 zu 500.000
Die Wahrscheinlichkeit auf einen genetischen Treffer, also dass Nichtverwandte genetisch kompatible Merkmale haben, ist niedrig. Sie liegt laut Peter Kaiser, dem stv. Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) bei eins zu 500.000. Diese seltene Kompatibilität macht jede Spenderregistrierung besonders wertvoll. Sie stellt für viele Leukämiepatienten die einzige Chance auf ein Überleben dar.
Die Entnahme von Stammzellen erfolgt durch eine sogenannte periphere Blutentnahme. Statt eines operativen Eingriffs wird das Blut über ein spezielles Verfahren entnommen. Der medizinische Prozess ist vergleichbar mit einer Blutspende und dauert maximal sechs Stunden.
Lebensretter durch Stammzellen-Spende
Eine Behandlung mit gespendeten Stammzellen kann Leben retten. Am Freitag sind in Favoriten ein Siebenjähriger und sein 24-jähriger Stammzellenspender zusammengekommen. Es war ein Treffen, das Menschen dazu bewegen soll, sich als Spender registrieren zu lassen.
Appell an die Bevölkerung
Der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ teilte am Weltblutkrebstag am 28. Mai mit, dass für rund zehn Prozent der jährlich rund 400 von Leukämie Betroffenen in Österreich keine passenden Spender gefunden werden. Es braucht also viele potentielle Spenderinnen und Spender, um die Wahrscheinlichkeit für einen sogenannten „Match“ zu erhöhen.
Gefragt sind vor allem Stammzellen junger Spender: „Sie wachsen schneller an, das Immunsystem kommt schneller wieder, die Blutbildung kommt schneller wieder und die Komplikationsrate ist viel geringer“, so Christof Jungbauer, medizinischer Leiter Stammzellenspende des ÖRK. Die Anforderungen sind gering: ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm, keine schwerwiegenden Erkrankungen und zwischen 16 und 35 Jahre alt. Die Registrierung erfolgt über das Portal www.stammzelle.at und kann Leben retten.