Lithium-Ionen-Akkus sind praktisch überall: Verbaut in elektrischen Zahnbürsten und Zigaretten, in Kinderspielzeug und alten Handys. Sie müssen mit besonderer Vorsicht entsorgt werden, landen aber dennoch immer wieder im normalen Hausmüll. Bei der Entleerung der Tonnen und vor allem beim Zusammenpressen im Müllauto können sich die Akkus dann entzünden. Das ist extrem gefährlich und passiert laut „Kurier“-Bericht zunehmend öfter.

Totalschaden bei Müllsammelfahrzeug

Wie eine Sprecherin der MA 48 berichtete, habe es heuer bereits neun Vorfälle mit Bränden oder Rauchentwicklung in Müllsammelfahrzeugen gegeben. Das ist ein enormer Anstieg gegenüber dem Vorjahr, in dem man insgesamt nur drei Vorfälle verzeichnete. Wenn es in einem Müllsammelfahrzeug raucht oder gar brennt, wird das Fahrzeug möglichst sicher abgestellt und die Feuerwehr verständigt. „Nach dem ersten Löschen wird das Fahrzeug auf betriebseigenem Gelände geöffnet und nachgelöscht“, wird die MA-48-Sprecherin zitiert.

Nicht immer geht das glimpflich aus: In einem Fall heuer konnte das Feuer nicht rechtzeitig gelöscht werden. „Das Müllsammelfahrzeug musste von der Feuerwehr gewaltsam geöffnet werden. Brandursache war tatsächlich ein defekter Akku“, heißt es von der Sprecherin. Der Schaden an dem Fahrzeug war groß, es musste nach dem Vorfall entsorgt werden.

Probleme auch auf Mistplätzen

Das Problem trifft auch die Mistplätze: In zwei Sperrmüllboxen sei es heuer bereits zu kleinen Bränden gekommen, diese konnten jedoch beide rasch gelöscht werden. Besonders betroffen ist laut Bericht die städtische Müllverbrennungsanlage in Pfaffenau in Simmering, wo es bereits „ein- bis zweimal pro Woche zu Bränden im Sperrmüllbunker“ kommt. Denn die Akkus entzünden sich beim Zerkleinern des Sperrmülls. Mit Hilfe der Löscheinrichtungen an Ort und Stelle könne man die Brände zwar schnell eindämmen, verhindern lassen sich diese aber nicht.

Denn werden Lithium-Ionen-Akkus beschädigt, kann es aufgrund der Energiedichte zum unaufhaltsamen „Thermal Runaway“ kommen. Dabei entstehen extreme Temperaturen von bis zu 800 °C und giftige Gase. Akkus (bzw. verbaute Geräte) sollten deshalb ausschließlich auf Mistplätzen, Problemstoffsammelstellen oder im Handel abgegeben werden, appelliert die MA 48.