Die Anlage speichert den Sonnenstrom der angrenzenden Photovoltaikanlage in der Rosiwalgasse. Dabei kommt der Second-Life-Speicher auf eine Kapazität von einem Megawatt und vier Megawattstunden. Derzeit werden dort noch Batteriemodule aus Überschussbeständen verwendet. „Die Marktverfügbarkeit gebrauchter E-Auto-Batterien ist aktuell noch begrenzt. Mit der wachsenden Anzahl an E-Autos auf unseren Straßen wird in einigen Jahren jedoch auch der Bestand an gebrauchten Batteriemodulen deutlich steigen“, heißt es von Wien Energie.
Laut dem Energiekonzern handelt es sich um den österreichweit größten Energiespeicher dieser Art. Der Großspeicher bündelt die einzelnen Batteriemodule in einem stationären Container und steuert sie mit einem sogenannten Batterie-Management-System. Überschüssiger Sonnenstrom der PV-Anlage wird so aufgenommen und bei Bedarf wieder ins Netz abgegeben.
Batterien aus alten E-Autos oder Überproduktion
Die „geretteten“ Batterien stammen entweder aus einer Überproduktion oder haben ihren ersten Lebenszyklus im E-Auto bereits hinter sich. „Obwohl die Leistung gebrauchter Batterien für den Fahrzeugbetrieb nach einigen Jahren nicht mehr ausreicht, ist die verbliebene Restkapazität für die stationäre Anwendung als Energiespeicher – ohne besondere Belastungen wie ständiges Beschleunigen – oft noch bestens geeignet“, heißt es. So kann die Nutzungsdauer um zehn bis zwölf Jahre verlängert werden.
Mit dem wachsenden Anteil von Solar- und Windenergie steigt auch der Bedarf an Speichern. So kann überschüssiger Ökostrom gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Sonne und Wind nicht verfügbar sind, flexibel ins Stromnetz eingespeist werden. Der Second-Life-Batteriespeicher ist der erste Energiespeicher seiner Art bei Wien Energie. Die Idee wurde im Rahmen einer internen Innovations-Challenge realisiert.