Bei den aktuellen Temperaturen wird jeder Weg durch Wien zur Belastungsprobe. Die Initiative „Geht doch“ fordert deshalb kürzere Wartezeiten an Ampeln für jene, die zu Fuß unterwegs sind, sagte Obfrau Hanna Schwarz. „Wenn ich vor der Ampel stehe und in der Hitze brate, ist das natürlich eine Katastrophe. Unsere Forderung ist deshalb gerade in Hitzesommern, die grüne Welle für die Fußgängerinnen und Fußgänger zu schalten, für die aktive Mobilität. Die müssen zuallererst Grün haben, damit sie aus der Hitze rauskommen.“
Wanderbaum in der Scheibtruhe
Besonders ältere Menschen, Kinder oder Personen mit Kreislaufproblemen leiden unter den extremen Temperaturen, wenn sie zu Fuß unterwegs sind. Schatten und Sitzplätze würden dringend benötigt. Zur Demonstration hat die Initiative deshalb einen „Wanderbaum“ gebaut – das ist ein kleiner Baum in einem Topf auf einer Scheibtruhe mit einer Sitzmöglichkeit. Im Schatten eines Baumes hat die Oberfläche rund elf Grad weniger als in der prallen Sonne.
„Der Wanderbaum ist ein Prototyp und soll exemplarisch zeigen: Fußgängerinnen und Fußgänger brauchen die Begrünung und Beschattung. Wir brauchen auch regelmäßig Sitzgelegenheiten, damit wir unsere Wege zu Fuß gut zurücklegen können“, sagte Schwarz. Drei Wanderbäume sind bereits angefertigt worden. Sie können gegen eine Spende von 50 Euro ausgeborgt werden, um etwa in der eigenen Straße aufzuzeigen, was ein Baum an einer bestimmten Stelle bewirken würde.
Initiative fordert „grüne Welle“ für Fußgänger an Hitzetagen
Am Montag hat es in Teilen Wiens zum ersten Mal im Juli über 40 Grad bekommen. Für Fußgängerinnen und Fußgänger kann das noch belastender sein, wenn sie in der prallen Sonne warten müssen, dass die Ampel grün wird. Die Initiative „Geht doch“ fordert deshalb eine grüne Welle für Fußgänger.
„In jeder Straße sind noch Parkspuren vorhanden und die bieten einfach das größte Potenzial für diese Begrünungsoffensive. Da ist Platz vorhanden, da sollen die Bäume gepflanzt werden“, sagte Schwarz. Mit immer häufigeren Hitzetagen wird die Frage nach Schatten in der Stadt zunehmend zur Frage der Lebensqualität und für viele Menschen auch zur Frage, ob Wege zu Fuß überhaupt noch angenehm möglich sind.