Betroffen sind 800 Reservierungen. Seit heuer kosten diese 45 Euro. Davor waren es zehn Euro, der Stadtrechnungshof empfahl zuletzt aber eine höhere Gebühr. Dass die Gebühr bei einem Grillverbot nicht rückerstattet wird, rechtfertigt die dafür zuständige MA 45 (Wiener Gewässer) damit, dass der reservierte Grillplatz den Personen trotzdem zur Verfügung stehe und auch für ein Picknick genutzt werden könne.

Ab 2027 wird Reservierung auf Quartal beschränkt

Pro Jahr gibt es etwa 2.300 Grillplatzreservierungen. Aufgrund der hohen Nachfrage führte die Stadt 2008 ein Onlineanmeldesystem ein. Bei der Anmeldung wird man darauf hingewiesen, dass die Gebühr bei einem Grillverbot nicht rückerstattet wird.

Ab nächstem Jahr stellt die Stadt das Reservierungssystem um, sodass die Grillplätze nur mehr quartalsweise reserviert werden können. Somit sollte es in Zukunft zu weitaus weniger Reservierungen kommen, die nicht genutzt werden können.

Keine Rückerstattung für reservierte Grillplätze nach Grillverbot

Die Grillplätze auf der Donauinsel müssen online reserviert werden, dafür wird eine Gebühr von 45 Euro verrechnet. Seit 8. Mai gilt allerdings ein Grillverbot in Wien. Dennoch wird die Gebühr nicht rückerstattet, man könne die Plätze schließlich auch für ein Picknick nutzen, so die MA 45.

Kritik der Opposition

Kritik kommt von der Wiener FPÖ. Brandschutz gehe selbstverständlich vor, „aber wenn Sie eine Konzertkarte kaufen und das Konzert abgesagt wird, sagt Ihnen auch niemand: ‚Sie bekommen kein Geld zurück, Sie können ja trotzdem im Foyer sitzen‘“, so Landesparteisekretär Michael Stumpf. Die Argumentation der Stadt Wien sei absurd.

Unverständlich ist das auch für die Wiener ÖVP. „Warum es bei einem behördlich verhängten Grillverbot kein einfaches System für kostenlose Stornierungen, Umbuchungen oder Rückerstattungen gibt, ist nicht nachvollziehbar“, erklärte Landtagsabgeordnete Elisabeth Olischar. Das zeige die Mentalität der SPÖ-NEOS-Stadtregierung. Einnahmen würden selbst dann verteidigt, wenn die bezahlte Leistung gar nicht erbracht werden kann.

Wiens Grünen-Chefin Judith Pühringer ortet das immer gleiche Muster bei der Stadtregierung: „Die Wiener:innen zahlen mehr, bekommen aber weniger. 45 Euro für einen Grillplatz bezahlen zu müssen, der nicht benutzt werden kann, ist ein besonders absurdes Beispiel dafür und eine reine Frotzelei.“