Anlass der Feier ist der Gedenktag für den militärischen Widerstand einen Tag darauf, am 8. August. Er wurde 2025 von der Militärhistorischen Denkmalkommission eingeführt und erinnert an die Hinrichtung des österreichischen Widerstandskämpfers Oberstleutnant Robert Bernardis am 8. August 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee. Bernardis war an dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat an Adolf Hitler beteiligt gewesen. Der Zweite, Anton Schmid, war bereits rund zwei Jahre davor wegen seines Widerstandes und der Rettung von Juden ermordet worden. 2025 wurde den beiden ein erstes Mal rund um den 8. August gedacht.

Festakt am Heldenplatz

„Ihr Handeln und ihr Mut verdienen die Anerkennung unseres Landes“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Freitag nach der Kranzniederlegung im Rahmen eines Festakts am Heldenplatz.

Der militärische Widerstand stelle bis heute die grundlegende Frage, was geschieht, wenn „ein Staat seine Grundlagen verrate“ und die Würde des Menschen nicht mehr für alle gelte. „Klar ist, dass militärischer Dienst ohne Befehl und Gehorsam nicht aufkommt (…). Aber die Geschichte zeigt uns mit aller Klarheit, dass Gehorsam allein noch keine Tugend ist.“

Gedenken an NS-Widerstandskämpfer am Heldenplatz

Mit einer Gedenkfeier am Heldenplatz wird an den militärischen Widerstand gegen das NS-Regime erinnert. Auf dem Programm stehen ein Festakt, eine Diskussionsrunde und kostenlose Führungen.

Zudem lasen fünf Grundwehrdiener und Ingeborg Heidlberger, Enkelin von Robert Bernardis, aus Briefen von Widerstandskämpfern – musikalisch begleitet von der Militärmusik Niederösterreich. Heidlberger erinnerte daran, dass der positive Blick auf ihren Großvater lange keine Selbstverständlichkeit war. „Ich weiß, wie sehr meine Mutter und mein Onkel darunter gelitten haben, lange noch nach dem Krieg als Kinder eines Verräters zu gelten“. Sie hätten kaum zeigen können, dass sie eigentlich „stolz auf ihren Vater waren“.

Widerstandskämpfer verbunden im Humanismus

Georg Hoffmann, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, lud die Anwesenden ein, sich den beiden soldatischen Widerstandskämpfern in ihren letzten Stunden zu nähern. Wir wüssten, dass sie geehrt werden und ihre Namen auf Gebäuden stehen. „Das wussten sie nicht“.

Der Militärgeistliche, Militärsuperintendent Karl Trauner, zeichnete den Weg des evangelischen Bernardis und des katholischen Schmid in den Widerstand nach. Ersterer sei zunächst Teil des Systems gewesen, habe dann aber die Gräuel, vor allem an der jüdischen Bevölkerung, in Osteuropa miterlebt und sei daran „innerlich zerbrochen“. Ein langes und zähes Ringen, darum was das Richtige sei, war die Folge. Schmid habe begonnen im kleinen zu helfen, und Jüdinnen und Juden zu retten. Was diese beiden so ungleichen Männer verbinde, sei ihr Humanismus.

Diskussion über militärischen Widerstand

Am Nachmittag fand im Weltmuseum Wien eine Diskussion mit Expertinnen und Experten über das Thema „Was gilt als militärischer Widerstand?“ statt. Zu den Teilnehmenden zählen unter anderem General Bruno Hofbauer, Historikerinnen und Historiker sowie Vertreterinnen und Vertreter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW). Dabei beleuchten sie historische und koloniale Perspektiven auf den Begriff des militärischen Widerstands.

Kostenlose Führungen im Burgtor

Ab 16.00 Uhr werden außerdem zwei Stunden lang kostenlose Führungen durch das Kulturvermittlungsteam des Heeresgeschichtlichen Museums im Äußeren Burgtor angeboten. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte des Heldendenkmals, dessen nationalsozialistische Überformung sowie der Wandel der österreichischen Erinnerungskultur. Hier ist eine Teilnahme ohne Anmeldung möglich.

Auch am Gedenktag selbst, also am 8. August, finden öffentliche Führungen bei freiem Eintritt statt: Von 10.00 bis 15.00 Uhr werden wie bereits am Vortag Führungen im Äußeren Burgtor mit der HGM-Kulturvermittlung angeboten. Zudem bietet eine Überblicksführung von 11.00 bis 12.30 Uhr Einblicke in die Sammlung des Heeresgeschichtlichen Museums. Auch hier ist keine Vorabregistrierung notwendig.