Per Hand statt per Computer: Wo sich heute Rot, Gelb und Grün automatisch abwechseln, musste vor 100 Jahren noch manuell gesteuert werden. Als die erste Wiener Verkehrsampel 1926 an der Opernkreuzung ihren Betrieb aufnahm, schaltete noch ein Polizist die Signale eigenständig mithilfe eines Hebels. Seither hat sich die Technik grundlegend verändert.
Heute: Sensoren, Akustik und Vorrang für Öffis
Zunächst wurden weitere Ampeln in der Innenstadt errichtet, später im gesamten Stadtgebiet. Heute betreut die MA 33 mehr als 1.300 Ampelanlagen. Mit ihrem ersten Modell haben die heutigen Ampeln nur noch wenig gemeinsam. Die heutigen Ampeln der Stadt reagieren unter anderem auf das Verkehrsaufkommen, verfügen über akustische Signale für blinde und sehbehinderte Menschen und können zentral gesteuert werden, so Natasa Vukovic von der MA 33 gegenüber Radio Wien.
Besonders stolz sei man zudem auf die Vorrangschaltung für öffentliche Verkehrsmittel. Diese Funktion werde laufend weiter ausgebaut, damit Busse und Straßenbahnen möglichst rasch durch die Stra
Erste Ampel der Welt in London
Die Geschichte der Verkehrsampel begann allerdings schon Jahrzehnte vor der ersten Wiener Anlage. Die erste Ampel mit Lichtsignal wurde laut Historiker Phillip Reichel-Neuwirth bereits 1868 in London errichtet. Sie wurde mit Gas betrieben und zeigte nur zu bestimmen Zeiten Lichtsignale. „Das Licht, also Rot und Grün war für die Nacht gedacht. Untertags hat diese Ampel mit Flügeln bzw. Ärmchen angezeigt, ob man fahren konnte oder nicht“, so Reichel-Neuwirth. Die Anlage bestand allerdings nur kurze Zeit und explodierte nach einem Gasleck.
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Das erste elektrische Verkehrsampelsystem gab es dann im Jahr 1914 im US-amerikanischen Cleveland, und kurz darauf, in den 1920er Jahren, etablierten sie sich der Reihe nach auch in europäischen Städten.
Fußgängerampeln kamen später
Fußgeherampeln wurden erst später eingeführt. Die erste Wiener Anlage stand laut Historiker Philipp Reichel-Neuwirth auf dem Stock-im-Eisen-Platz. Statt der heute bekannten Symbole zeigten Schilder damals die Hinweise „Fussgeher warten“ und „Fussgeher gehen“ an.