Am zweiten Tag in Folge ist am Mittwoch in Österreich ein neuer Hitzehöchstwert gemessen worden. Diesmal in Bad Deutsch-Altenburg im Bezirk Bruck an der Leitha, mit 41,2 Grad. Damit ist der heißeste Ort in Wien, Stammersdorf, knapp überholt worden. Dort gab es gestern 41 Grad. Die Hitze tagsüber lässt auch die Temperatur in der Nacht in Wien Rekordwerte erreichen. In der Nacht auf Mittwoch wurden bei der Wetterstation Innere Stadt 27,4 Grad gemessen. Es war die wärmste Nacht seit Beginn der Messungen.
Abkühlung kommt
Die Wetterprognosen sagen für die nächsten Tage Abkühlung voraus. Die Temperatur in Wien soll bis Freitag um gut zehn Grad zurückgehen. Das sei relativ gesehen eine große Abkühlung, so Hebenstreit. Das bedeute aber auch, dass es am Freitag immer noch um die 30 Grad haben soll, was immer noch hochsommerlicher Wärme entspreche. Davor soll es am Donnerstag bei maximal 35 Grad zunehmend schwül werden, am Nachmittag könnte es Gewitter geben.
Nach diesen beiden Tagen wird die Temperatur laut Hebenstreit aber wieder steigen. Er rechne mit 31 bis 33 Grad am Wochenende. Das Wetter stabilisiere sich, nächste Woche könnte es dann wieder bis zu 35 Grad bekommen, am Ende der kommenden Woche sogar noch ein bisschen mehr. Das bedeute, dass Wien wieder eine Woche mit Hitze und sehr wenig Regen bevorstehe: „Das heißt, abgesehen von den möglichen Gewittern morgen, übermorgen und Anfang nächster Woche, kommt kaum Regen zu uns“, sagte Hebenstreit.
Hitzepol Stammersdorf
Die höchste Temperatur in Wien seit 170 Jahren wurde in Stammersdorf gemessen. Dass es mitten in den Weinbergen am heißesten ist, hat laut Hebenstrein den Grund, dass die Wetterstation zwar mitten in den Weinbergen stehe, aber der Boden rundherum braun ist. Dazu besagt eine Studie der Geosphere Austria, dass eine ausgetrocknete Wiese sich ähnlich aufheizt wie eine Asphaltfläche. Mit anderen Worten: Die Messstation Stammersdort messe quasi eine Temperatur wie über Asphalt. Wozu aber gesagt werden müsse, dass die Temperatur in der Innenstadt nur geringfügig darunter gelegen sei.
Unterschied gemessen und gefühlt
Jeder Mensch nehme Temperaturen anders wahr. Manche schwitzen bei 26 Grad, andere wiederum sind bei 35 Grad quietschlebendig. In der Stadt ist Hitze jedenfalls deutlicher zu spüren. Asphalt, Häuserfassaden, Gehsteige, all das heize sich tagsüber auf bis zu 60 Grad auf. Am Abend und in der Nacht strahlt die Hitze ab, wenn die Luft langsam abkühlt. Somit ist es abends auch deutlich wärmer als etwa irgendwo im Grünen.
ORF-Wien-Meteorologe Kevin Hebenstreit in „Wien heute“
ORF-Wien-Meteorologe Kevin Hebenstreit im „Wien heute“-Gespräch.
Wie das Wetter in den kommenden Wochen in den Frühherbst hinein sein werde, könne er nicht sagen, das wäre aufgrund fehlender Prognosen auch nicht möglich. Der Blick in die Vergangenheit zeige aber, dass es ab der zweiten Augusthälfte immer wieder Kaltlufteinbrüche gegeben habe. Was aber sicher ist, sei, dass die Tage nun deutlich kürzer würden, der Tag-Nacht-Rhythmus entwickle sich zu einem Vorteil für die Abkühlung. Große Hitze sei unter anderem auch weil die Sonne nicht mehr so hoch stehe, ab der zweiten Augusthälfte „sehr unwahrscheinlich“.