Mehr als 300 Gebäude in Wien werden aktuell mit Fernkälte beliefert. In 25 Fernkältezentralen, acht davon mit Netzanschluss, 17 lokale ohne Netzanschluss, wird Fernkälte in Form von kaltem Wasser produziert und über ein unterirdisches Leitungsnetz zu den Gebäuden transportiert. Versorgt werden bedeutende Einrichtungen wie das AKH, das Wiener Rathaus und die Universität Wien. Ein 4,7 Kilometer langer Ringschluss im Jahr 2024 markierte einen wichtigen Meilenstein und ermöglicht die flächendeckende Versorgung der Innenstadt.
Kälte wird immer wichtiger
Die Fernkälte nutzt Ressourcen wie Abwärme und den Donaukanal. Dadurch werden Gebäude nicht zusätzlich aufgeheizt und der Lärmpegel traditioneller Klimaanlagen entfällt. Wien Energie nutzt außerdem Ökostrom und Abwärme von der Müllverbrennung. Nicht zuletzt die aktuelle Hitzewelle macht deutlich, dass Fernkälte immer wichtiger für Großstädte wird.
Laut Eurostat hat sich der Energieverbrauch zum Kühlen von 2018 bis 2024 verdoppelt. Effiziente Kälteversorgung, insbesondere bei Hitzewellen, sei entscheidend, um den steigenden Energiebedarf zu decken und den Komfort sowie die Gesundheit der Stadtbevölkerung zu sichern, so Wien Energie.
Erweiterung und Investitionen geplant
Angesichts steigender Temperaturen wird die Nachfrage nach Fernkälte immer größer, eine nachhaltige Kühlung immer notwendiger. Wien Energie plant bis 2030, 100 Millionen Euro zu investieren, um die Kälteleistung auf 370 Megawatt zu erhöhen. Die aktuelle Leistung liegt aktuell bei 250 Megawatt.