Ein Anwohner eines Wohnhauses in der Degengasse bemerkte am Samstag plötzlich ungewöhnliche Rückstände an zwei Eingangstüren. Die gerufene Polizei stellte fest, dass die Türen mit Salpetersäure verätzt worden sind.

Markierung mit Klebefäden

Das Muster bei den Einbrüchen ist immer dasselbe, erklärt Polizeisprecher Markus Dittrich. Zuerst bringen die Täter Klebefäden an den Türen an. „Das ist kaum mit dem Auge wahrnehmbar. Die Täter warten dann einige Stunden oder Tage und wenn dieser Klebefaden nicht gerissen ist, gehen sie davon aus, dass niemand in der Wohnung ist, und bringen dann Säure in das Schloss ein, um das zu verätzen und so die Sperrverhältnisse so zu schädigen, dass die Tür aufgeht.“

Schon seit Jahren ermittelt die Polizei europaweit gegen die Tätergruppe. Ähnlich wie Bankomatsprenger sind sie in verschiedenen europäischen Städten immer wieder aktiv. Seit Jahresbeginn häufen sich die Fälle wieder in Wien. Erst vergangene Woche ist mittels Salpetersäure in der Donaustadt eingebrochen worden.

Einbruchserie mit Säure reißt nicht ab

Die Einbruchsserie mit Salpetersäure in Wien geht weiter: Nach Fällen im 2., 3., 4. und 10. Bezirk jetzt auch in Ottakring. Heuer ist bereits in knapp 20 Wohnungen eingebrochen worden, indem die Schlösser mit Säure verätzt worden waren. Die Polizei vermutet dahinter eine europaweit agierende Tätergruppe.

Erhöhte Aufmerksamkeit bei Einbrüchen in der Umgebung

Hauptsächlich haben die Täter es auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Schützen kann man sich nur bedingt: „Die Klebefäden, mit denen die Täter die Türen markieren, sind zwar nicht leicht zu erkennen, aber man erkennt sie doch. Sie werden oft in Bodennähe zwischen Türblatt und Zarge angebracht. Das heißt, wenn man in der Vergangenheit mitbekommen hat, dass in der Umgebung solche Einbrüche stattgefunden haben, dann gilt es, eine erhöhte Aufmerksamkeit an den Tag zu legen und auch sich mit den Nachbarn zu vernetzen.“

Bei Säurerückständen an der Tür sollte sofort die Polizei und auch die Feuerwehr verständigt werden. Wichtig ist auch: Bei Hautkontakt mit der ätzenden Substanz darf man diese nur mit Wasser abwaschen.