Heimo Scheuch habe den Aufsichtsrat um die vorzeitige Beendigung seines Mandats gebeten, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Unternehmens. Seine Agenden übernimmt den Angaben zufolge Vize-CEO Gerhard Hanke interimistisch.
Hanke ist seit mehr als 25 Jahren bei Wienerberger. Er war von 2021 bis 2025 Finanzchef (CFO), bevor er im März 2025 als COO die Region Zentral- und Osteuropa übernahm und im Juni 2026 zum stellvertretenden CEO ernannt wurde. Die Zuständigkeiten von Finanzvorständin Dagmar Steinert sowie des COO West, Harald Schwarzmayr, bleiben laut Unternehmensangaben unverändert.
„Zeit, mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren“
Unter Scheuchs Führung, der das Amt seit 2009 bekleidete und insgesamt 30 Jahre im Unternehmen verbrachte, wandelte sich Wienerberger von einem reinen Ziegelhersteller zu einem internationalen Anbieter ökologischer Baumaterial- und Infrastrukturlösungen mit über 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aufsichtsratschef Peter Steiner dankte Scheuch: „Diese erfolgreiche Transformation ist sein Verdienst.“ Scheuch selbst erklärte: „Doch es ist an der Zeit, mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren.“
Wienerberger wird seine Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 wie geplant am Mittwoch, dem 12. August, präsentieren. Gleichzeitig beginnt das Unternehmen mit der Suche nach einem langfristigen Nachfolger für die Konzernspitze.
Verlust von 30 Mio. Euro im ersten Quartal
Im ersten Quartal hatte Wienerberger einen Verlust nach Steuern in Höhe von 30 Mio. Euro eingefahren. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn von fünf Mio. Euro erzielt worden. Der Umsatz sank um sieben Prozent auf rund eine Mrd. Euro. Der weltweite Personalstand verringerte sich von 20.348 auf 20.220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Ergebnisziel für 2026 behielt die Konzernführung unter CEO Heimo Scheuch im Mai bei. „Wir bekräftigen unseren Ausblick, aber wir müssen abwarten, wie sich die Märkte entwickeln“, sagte Finanzvorständin Steinert auch mit Blick in Richtung Nahost.
Gewinn im Vorjahr verdoppelt
Das Geschäftsjahr 2025 hatte Wienerberger mit einem deutlichen Gewinnsprung abgeschlossen. Trotz anhaltender Schwäche im Wohnungsneubau verdoppelte sich das Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr auf 166 Millionen Euro.
Der Umsatz legte leicht um ein Prozent auf 4,57 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis blieb stabil, während Einmaleffekte das Ergebnis stützten. 2024 war der Periodenüberschuss noch auf 80 Millionen eingebrochen.
Heimo Scheuch betonte im Jänner die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Trotz des schwachen Neubauumfelds seien Umsätze und Margen gehalten worden. Für die Zukunft gibt sich der Vorstand zuversichtlich: Man sei mit einer starken Bilanz gut aufgestellt, um von einer Markterholung zu profitieren, die durch sinkende Zinsen sowie öffentliche und private Investitionen erwartet wird.