Das sei für die Sommersaison grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Allerdings würden die Schiffe derzeit deutlich länger im Hafen verbleiben als üblich, hieß es von der Wien Holding auf APA-Anfrage. Rund um die Wiener Reichsbrücke stehen zwölf durch Donauraum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding GmbH, betriebene Anlegestellen zur Verfügung. Dabei können die Kabinenschiffe großteils dreireihig verheftet werden, hieß es von der Wien Holding. Dieser Umstand ergebe eine Maximalauslastung von 27 großen Kabinenschiffen.
Für viele Personenschiffe sei Wien aktuell der Endpunkt der Reise, da eine Weiterfahrt in den Osten aufgrund der Pegelstände nicht mehr möglich sei, so die Wien Holding. Die Ausfälle jener Schiffe, die Wien nicht erreichen können, werden durch jene Schiffe kompensiert, die Wien nicht verlassen können.
Keine behördliche Sperre der Donau
Eine behördliche Sperre der Donau für die Schifffahrt wegen des Niedrigwassers wird es laut viadonau nicht geben. Zuständig dafür sei das Mobilitätsministerium. Allerdings gab es Sperren bisher nur bei Hochwasser.
Aktuell könne man von Passau bis Melk problemlos fahren, aber ab der Wachau sei das schwieriger. Die DDSG bietet in der Wachau aktuell nur einen eingeschränkten Fahrplan an. Zudem wurde ein Tagesausflug von Wien nach Bratislava, der am Freitag stattfinden sollte, abgesagt, wie auf der DDSG-Website ersichtlich ist.
Große Herausforderung für Logistik
Bei der Logistik ist jetzt große Flexibilität gefragt. Einerseits werden Güter auf mehrere Schiffe verteilt, um den Tiefgang zu verringern. Andererseits wird die Fracht auf Bahn und Straße verlagert. Im Jahr 2024 bestand der Modal Split für den österreichischen Donau-Korridor in einer Aufteilung von 65 Prozent auf der Straßen, 28 Prozent auf der Schiene und sieben Prozent auf dem Wasser.
Dieses Verhältnis könnte sich kurzzeitig verschieben. Allerdings könne man nicht alle Güter verlagern oder nur sehr schwer, etwa mit Sondertransporten, so viadonau. Zudem werde oft Ware mit dem Schiff transportiert, die nicht zeitkritisch sei. Deswegen könne mit dem Transport auch zugewartet werden.
Man müsse den kompletten europäischen Donau-Raum sehen. Eine Güterschifffahrt lohne sich eigentlich erst, wenn die ganze Donau offen sei. In Rumänien und Ungarn gäbe es größere Probleme. Laut Jahresbericht für 2024 stellte der grenzüberschreitende Verkehr auf der österreichischen Donau einen Anteil von 94,1 Prozent des Gesamttransportvolumens. Nur 5,9 Prozent wurden innerhalb Österreichs verschifft. Die durchschnittliche Beförderungsweite einer verschifften Tonne betrug 946 Kilometer.