In der Eisstadthalle drehen normalerweise auch im Sommer Eisläuferinnen und Eisläufer ihre Runden. Derzeit ist aber kein Betrieb möglich. Viele haben hier das Eislaufen gelernt und dann vielleicht sogar den Weg zum Eishockeyverein oder zum Eiskunstlauf gewagt. Einer davon ist Martin Haindl: „Die Eisstadthalle ist mir persönlich eine Herzensangelegenheit, weil ich selbst hier vor 36 Jahren Eislaufen gelernt habe. Ich habe Eishockey spielen gelernt, spiele es heute noch und mein Sohn hat hier Eislaufen gelernt. Es ist eine wichtige Halle für die ganze Stadt.“
Deshalb hat Haindl eine Petition zum Erhalt der Halle gestartet. Stand jetzt hat diese über 2.000 Unterstützerinnen und Unterstützer. Auch der Österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) unterstützt die Petition: „Jede weitere Eisfläche, die wir verlieren, schadet dem Eishockeysport in Österreich langfristig. Das trifft den Profi- und Spitzensport ebenso wie die Bewegungsmöglichkeiten unserer Jugend“, sagte Geschäftsführer Alexander Helwig.
Ammoniakanlage muss erneuert werden
Geplant war ursprünglich, dass die Halle rund einen Monat lang für den Eurovision Song Contest schließt und danach wieder öffnet. „Die Halle wurde geschlossen, weil die Überprüfung der Ammoniakanlage ergeben hat, dass man sie nach 70 Jahren komplett überarbeiten oder prüfen muss“, sagte der Präsident der Eisstadthalle, Hans Gunsam.
Seitens der Stadt wird betont, dass die Sicherheit im Vordergrund steht. Zunächst muss das Ammoniak fachgerecht entsorgt werden. Das soll bis Ende August abgeschlossen sein. Erst danach können die einzelnen Komponenten der Anlage geprüft werden. Zu Sanierungsplänen heißt es aus dem Büro von Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ). „Zuerst muss der konkrete Zustand feststehen; erst daran können technische Möglichkeiten geprüft, wirtschaftlich und klimatisch bewertet werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir erst dann eine genauere Kostenabschätzung geben können.“
100.000 Menschen nutzen Eisstadthalle
Ob eine Wiedereröffnung stattfinden wird, ist daher offen. Fix ist allerdings, dass das Wegfallen der Halle sowohl den Breitensport als auch den Spitzensport trifft, aber auch viele Schulen. Derzeit weicht das Publikumslaufen auf den Eisring Süd aus, wo jeden Dienstag im Sommer bis zu 170 Menschen eislaufen. Laut Hallenbetreiber Hans Gunsam nutzten jährlich rund 100.000 Menschen die Eisstadthalle, davon rund 27.000 Kindergarten- und Schulkinder.