Es sind Online-Glücksspiele, die Thomas Steininger bereits mit 17 seine Lehrlingsentschädigung kosten. 70.000 verzockte Euro später schafft er es 2023, von seiner Spielsucht loszukommen. Seither engagiert sich der 30-Jährige in Sachen Spielerschutz. Den Entwurf des Glücksspielgesetzes bewertet er positiv: „Es ist ein positiver Schritt zu einem besseren Spielerschutz“, sagte Steininger in „Wien heute“.

Sperrdatenbank kommt

Auch der Verein Spielsuchthilfe findet, dass es mit dem neuen Glücksspielgesetz Verbesserungen in Sachen Spielsuchtprävention gibt. Vor allem, dass eine Sperrdatenbank in ganz Österreich kommen soll, hebt die Präsidentin Izabela Horodecki hervor. „Früher musste sich jemand, der gravierende Probleme mit dem Glücksspiel hat, bei den einzelnen Anbietern einzeln sperren lassen. Das war bei der Menge an Angeboten natürlich eine Hürde.“

Glücksspielgesetz verspricht besseren Spielerschutz

Spätestens im Herbst soll es ein neues Glücksspielgesetz geben. Inhaltlich verspricht es mehr Schutz für Spielerinnen und Spieler. Das neue Gesetz sei „ein positiver Schritt“, sagen Expertinnen und Experten. Gleichzeitig gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Weiterhin nicht vorgesehen ist aber, dass Spieler sich auch im Ausland leichter sperren können. Dabei gebe es dort ähnliche Gesetzeslagen. „Tschechien hat das schon sehr lange. Deutschland hat es bei der Novellierung des Glücksspielgesetzes umgesetzt. Da könnte ein Datenaustausch durchgeführt werden“, meinte Steininger. „Im Umkreis von Wien haben wir drei Grenzübergänge in einer Stunde und genug Casinos, wo man spielen kann.“

Einzahlungslimit soll höher werden

Weiters soll es Einzahlungslimits vor allem für junge Erwachsene geben. Allerdings wären diese immer noch zu hoch angesetzt. „Gerade die jungen Menschen sind eine besonders vulnerable Gruppe, die gefährdet ist“, so Horodecki. Steiniger ergänzte: „Wenn jemand eine Lehrlingsentschädigung von 700 Euro bekommt, kann der nicht 1.680 Euro im Monat verspielen. Da muss man die Grenze niedriger ansetzen.“

Der Verein Spielsuchthilfe kritisiert, dass Sportwetten in der neuen Gesetzesvorlage weiterhin nicht als Glücksspiel eingestuft werden. „Das ist bedenklich, gerade im Hinblick auf Prävention und Spielerschutz, weil dann auch nicht die selben Vorsichtsmaßnahmen an den Tag gelegt werden.“ Die Hälfte ihrer Klienten habe Probleme mit Sportwetten. Die Spielsuchthilfe wünscht sich mehr finanzielle Mittel für ein niedrigschwelliges Hilfsangebot, denn die Zahl der Spielsüchtigen sei weiterhin konstant hoch.