Als Grund für den Einsatz nennt die Bundespolizeidirektion das „geballte Auftreten von migrantischen Jugendgruppierungen“, wie es in dem Schreiben heißt.
Diese Einsätze finden laut einer Aussendung des Innenministeriums am Freitag in den Nachtstunden in der ganzen Stadt statt, weil im Sommer und in der schulfreien Zeit mehr Menschen zu späterer Stunde im öffentlichen Raum unterwegs sind. Bundesländerübergreifende temporäre Zuteilungen in ganz Österreich seien aber kein Novum, heißt es, sie fänden laufend statt – nicht nur in Wien.
Parks im Visier
Nach den 24 Beamten verstärkt die Polizei die Schwerpunkte mit weiteren sechs Einsatzkräften aus der Steiermark. Daneben schickt die Bundespolizeidirektion auch zwölf Beamtinnen und Beamte aus Salzburg sowie sechs Exekutivbedienstete aus Kärnten nach Wien. Quartier bekommt die Verstärkungstruppe laut der Zuteilungsverfügung in einem Hotel in Wien-Mariahilf.
Der Fokus der Schwerpunkte richtet sich dabei laut einer der APA vorliegenden Anordnung an die Landespolizeidirektionen auf Parkanlagen in Wien-Favoriten gegen „migrantische Jugendgruppierungen mit teilweiser Bewaffnung mit Klappmessern, persönlichen Rivalitäten und Revierkämpfen sowie gesteigerter Gewalt, Raub bzw. Eigentums- und Suchtmittelkriminalität“.
Viele melden sich freiwillig
Zahlreichen Polizistinnen und Polizisten aus allen Bundesländern meldeten sich laut Innenministerium freiwillig für den vorübergehenden Dienst in Wien. Mit September soll sich die Dauer von bisher tagesweisen Zuteilungen auf bis zu drei Monate ändern. Das sei „sinnvoller und ökonomischer“. Im Innenministerium geht man davon aus, dass der Bedarf auch dann mit freiwilligen Kolleginnen und Kollegen gedeckt werden könne.
Austausch bei Events in beide Richtungen
„Wir setzen polizeiliche Schwerpunkte dort, wo sie erforderlich sind“, betonte Bundespolizeidirektor Michael Takàcs die Vorgehensweise. „Flexibilität und Beweglichkeit sind heute wesentliche Grundsätze moderner Polizeiarbeit.“ Die Bundespolizei sei österreichweit organisiert. Dadurch können Polizistinnen und Polizisten rasch bundesländerübergreifend eingesetzt werden. Dieses bewährte Prinzip komme auch regelmäßig bei Großveranstaltungen, Fußballspielen, Demonstrationen oder internationalen Ereignissen zum Einsatz.
„Diese Unterstützung funktioniert jedoch in beide Richtungen: Wiener Einheiten stehen regelmäßig auch ihren Kolleginnen und Kollegen in den Bundesländern zur Seite, etwa beim Nova Rock in Nickelsdorf, bei Bundesligaspielen in der Steiermark oder bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm“, so Takàcs.
Kritik von FPÖ
Massive Kritik kommt von der Wiener FPÖ, die ihre Forderung nach einem Sicherheitsstadtrat erneuert. „Wenn wegen bewaffneter migrantischer Jugendbanden Polizisten aus sechs Bundesländern nach Wien geholt werden müssen, ist das der Offenbarungseid der völlig gescheiterten Sicherheitspolitik von SPÖ und ÖVP“, so der FPÖ-Sicherheitssprecher Stefan Berger. Viele Wiener würden sich in Parks und im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlen.