Laut Oberbrandrat Feiler ist nicht nur der Wald, sondern auch trockenes Gras auf Wiesen stark gefährdet. „Man merkt es ja vielleicht im eigenen Garten, dass das Gras schon dürr ist, schon braun ist“, so Feiler. Besonders die Trockenheit, die fehlende Schattenbereiche schnell austrocknen lässt, trägt zur erhöhten Gefahr bei, dass bereits eine achtlos weggeworfene Zigarette einen Brand auslösen könne.

Brände werden erst spät bemerkt

Am 4. August brannte es in der Lobau großflächig. Solche Einsätze seien für alle Feuerwehren fordernd, betonte Feiler. Zur Hitze des Feuers kommt die Hitze des Sommers. Die Einsatzkräfte tragen Schutzausrüstung und müssen körperlich schwer arbeiten. Häufig fehlt ein Schattenplatz, um sich abzukühlen. Der Wechsel der Mannschaften erfolgt bei Waldbränden fließend. „Ich glaube, es ist jeder im wahrsten Sinn des Wortes mit Feuereifer dabei“, sagte Feiler. Daher müsse man Kräfte regelmäßig zurücknehmen und ihnen kurze Erholungsphasen zugestehen, damit sie danach wieder konzentriert arbeiten könnten.

Die schnelle Ausbreitung von Bränden ist von mehreren Faktoren wie Trockenheit, Windstärke und Bodenbeschaffenheit abhängig. Für Feiler ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit jedoch nicht das Hauptproblem. Vielmehr: Oft wird ein Brand erst spät entdeckt. Wird das Feuer schließlich aus größerer Entfernung bemerkt, habe es meist bereits eine Größe erreicht, in der es eine Eigendynamik entwickle.

„Nudelsalat statt Holzkohlegrill“

In Wien sind in der Natur vor allem Bodenfeuer häufig. Dort müsse akribisch vorgegangen und der Boden teilweise aufgelockert werden, um ein Weiterbrennen unter dem Moos zu verhindern. Das andere Extrem seien Wipfelfeuer, bei denen das Feuer von Baumkrone zu Baumkrone springt. Dabei könnten Bodenmannschaften „im wahrsten Sinne des Wortes vom Feuer überholt werden“, sagte Feiler. Dann seien andere Taktiken wie das Schneiden von Schneisen notwendig.

Er appelliert an die Bevölkerung, sich der Brandgefahr bewusst zu sein. Immer noch sei zu 80 bis 90 Prozent der Mensch der Auslöser für einen Waldbrand. Gerade erst habe er beobachtet, wie aus einem Fahrzeug während der Fahrt eine Zigarette geworfen wurde. „Das finde ich bei den Temperaturen echt schon respektlos“. In der aktuellen Lage könne genau so ein Brand beginnen.

Feiler riet außerdem, Fahrzeuge nicht mit heißem Auspuff in hohes, dürres Gras zu stellen. Zudem empfahl er jenen, die in der Nähe eines Waldes wohnen „dass sie auch jetzt vielleicht nicht unbedingt zum Holzkohlegriller greifen, um einen Funkenflug zu verursachen, sondern vielleicht auch jetzt die Güte haben, doch auf Elektro oder auf den Nudelsalat umzusteigen.“