Einmal mehr spricht die Kärntner Landesregierung von einem großen Wurf bei der Tourismusreform, denn aus 125 kleinen Organisationen werden neun große Tourismusverbände plus der Kärnten Werbung als Dachmarke. Diese seien mit der – aus seiner Sicht – wichtigsten der fünf beschlossenen Verordnungen auf den Weg gebracht, um den Kärntner Tourismus besser zu machen, sagte Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP): „Damit wird die Landkarte im Kärntner Tourismus weitestgehend neu gezeichnet. Damit gewinnen wir an Wettbewerbsfähigkeit, indem wir schlagkräftige Einheiten bauen, indem wir aber in der Struktur sparen, um mehr Mittel für das Gästeerlebnis zur Verfügung zu haben.“
Regierungssitzung
Nach monatelangen Verhandlungen und Diskussionen hat die Landesregierung am Dienstag fünf wesentliche Verordnungen beschlossen, die Kernpunkte im neuen Tourismusgesetz auf Schiene bringen. Die gravierendste Änderung: Aus vielen kleinen Tourismusorganisationen werden insgesamt zehn große Einheiten.
Doppelstrukturen vermeiden
Es gebe künftig keine Doppelstrukturen mehr, Entscheidungen können effizienter vorbereitet und umgesetzt werden und auch die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten werde deutlich verbindlicher organisiert, so Schuschnig.
Was bleibt, ist eine Vielzahl an Erlebnisräumen innerhalb der Verbände, die aber mehr für die Organisation als für die Außenwirkung bei den Gästen wichtig sein sollen. „Ein Erlebnisraum hat nichts zu tun mit touristischen Wertigkeiten, sondern da geht es rein oft auch um ein geografisch bedingtes Management.“
Wahlen zu neuen Tourismusverbänden im Herbst
Die nächste heiße Phase für die Tourismusreform soll im Herbst folgen, denn die Verordnung für Wahlprozederes und Wahllisten in den Verbänden wurde am Dienstag auch beschlossen. „Ende September, Anfang Oktober in etwa werden die Wahlen zu den neuen Tourismusverbänden stattfinden, um dann mit Jahreswechsel auch die Arbeit aufnehmen zu können“, sagte Schuschnig.
Die gesamte neue Struktur des Kärntner Tourismus soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Bereits ab 1. November wird die neue Aufenthaltsabgabe die bisherigen Orts- und Nächtigungstaxen ablösen.
Politische Reaktionen
Das Team Kärnten sieht die Reform „als wichtige Weichenstellung“, Gerhard Köfer stellt aber auch Forderungen: „Um das Potenzial, das Kärnten zweifelsfrei hat, nutzen zu können, muss es zu einem Investitions-Booster kommen.“
Auch NEOS sieht die Reform positiv: „Die Verschlankung von 125 auf zehn Tourismuseinheiten ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Landessprecher Janos Juvan. Entscheidend werde jetzt aber sein, dass die Tourismusverbände nicht wieder mit Posten und Funktionären aufgebläht werden, führte Juvan weiter aus.
Die FPÖ sagt, man müsse abwarten, ob es wirklich der Angekündigte „große Wurf“ sei. "Es bleibt abzuwarten, wer in den neuen Tourismusorganisationen tatsächlich das Sagen haben wird, wie die einzelnen Regionen eingebunden werden. Eindeutiger Profiteur aus dem Ganzen ist wohl die Kärnten Werbung, die künftig darüber entscheiden wird, wohin sich der Tourismus in ganz Kärnten entwickeln soll“, so FPÖ-Klubobmann Erwin Angerer.