Dass die unbezahlte Familienarbeit vieler Frauen auch beim heutigen Bürgerforum Thema ist, war schon vor Beginn der Veranstaltung im Villacher Congress-Center absehbar. Bundeskanzler Stocker stellte sich im Congress-Center den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Schon zuvor wurde er vor Journalisten nicht müde zu betonen, dass er niemanden mit seiner Aussage verletzen wollte.
Bundeskanzler auf Österreich-Tour in Kärnten
Am Montag ist Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) noch auf Staatsbesuch in der Türkei gewesen, am Dienstagnachmittag traf er in Villach ein, um seine Österreich-Tour fortzusetzen. Noch haben sich die Wogen nach seinem Sager, wonach Kinderbetreuung keine Arbeit sei, nicht geglättet. Auch in Kärnten wurde er darauf angesprochen.
Kanzler: Kinderbetreuung massiv ausbauen
Auch wenn die Kinderbetreuung nicht mit Geld abgegolten werden könne, müsse die Lücke bei Einkommen und Pensionen geschlossen werden, sagte der Bundeskanzler: „Kinderbetreuung ist ein Thema für die Bundesregierung, weil wir ja die Kinderbetreuung auch mit Bundesmitteln massiv ausbauen. Das zweite verpflichtende Kindergartenjahr ist ja auch im Programm dieser Bundesregierung. Die Anrechnung der Kindererziehungszeiten pro Kind bis zu vier Jahren, bei Mehrlingsgeburten bis zu fünf Jahren, ist etwas, was sich auch international sehen lassen kann. Wenn es trotzdem noch dazu führt, dass es einen Unterschied in der Pension gibt, wie Sie ihn angesprochen haben, heißt das, wir müssen auf diesem Weg auch weitergehen.“
Zur Sprache kam auch die Hitze, einhergehend mit der extremen Dürre, die viele Kärntner Bauern in ihrer Existenz bedroht. Der Bund versprach Hilfe, hieß es. „Es kann auch sein, dass wir Liquiditätsunterstützungen brauchen für die Landwirtschaft, dass hier zumindest die Liquidität erhalten bleibt. Das können auch Stundungen und Ähnliches sein, aber ich will nicht vorgreifen. Es sollte ein Gesamtpaket sein, das die Landwirtschaft in dieser Zeit tatsächlich unterstützt“, sagte Bundeskanzler Stocker.