„Epipen – leider nein“, diese Auskunft ist in den heimischen Apotheken seit einigen Tagen zu hören. Die Adrenalin- Notfallspritze, die bei besonders schweren allergischen Reaktionen Leben retten kann, ist in Österreich momentan nicht lieferbar. Die Mangelsituation bestätigte auch Apothekerin Sandra Treven aus Ferlach: „Laut Auskunft des Großhandels treffen immer wieder kleine Mengen ein. Eine bessere Versorgung sollte in etwa vier Wochen gegeben sein.“

Zu wenig Notfallmedikamente für Allergiker

Wegen der Wespenplage sind in den Apotheken Notfallmedikamente für Allergiker Mangelware. In Österreich ist etwa der „Epipen“ momentan nicht lieferbar und erst im September wieder verfügbar. Und auch das Rote Kreuz verzeichnet Rekordeinsätze wegen allergischer Reaktionen.

Ersatzprodukte aus Deutschland mit Wartezeit

Es gibt allerdings Ersatzprodukte, die über den Großhandel in Deutschland bestellt werden können. Allerdings mit etwas Wartezeit, sagte der Sprecher der Kärntner Apothekerkammer, Hans Bachitsch: „Es ist so, dass das Importgesetz nicht erlaubt, dass wir deutsche Ware in größeren Mengen in der Apotheke lagernd haben. Das heißt, es ist immer eine Einzelbestellung.“

Erst in den vergangenen Tagen sei der Bedarf so gestiegen, sagte Bachitsch. Aber nicht jeder Wespenstich muss mit einer antiallergischen Spritze behandelt werden: „Ein Großteil der Stiche ist schmerzhaft und führt dazu, dass die Gliedmaßen auch anschwellen können, benötigen aber keinen Epipen. Der Epipen wird ausschließlich beim anaphylaktischen Schock angewendet, wenn es zu einem akuten Kreislaufkollaps kommt mit Atemnot und in weiterer Folge im Extremfall zu einem Herzstillstand. Und das ist ein absoluter Notfall.“

Viermal so viele Rettungseinsätze

Die Wespen sorgen aber nicht nur für Medikamentenengpässe, sondern auch für viele Rettungseinsätze. 670 Einsätze wegen allergischer Reaktionen gab es seit 1. Juli beim Roten Kreuz in ganz Kärnten. Das sind viermal so viele Einsätze wie im Vorjahr. Vom Engpass ist das Rote Kreuz aber nicht betroffen.

„Wir haben das Adrenalin in Ampullen zum Aufbrechen und zum Aufziehen mit Spritzen, um es intramuskulär zu verabreichen. Der Epipen ist das Gerät, das das vereinfacht, damit man es, auch wenn man nicht geübt ist, sicher geben kann“, sagte Notarzt Simon Sommerhuber. Gegen allergische Schocks werde es in Kärnten immer genug Adrenalin geben, sagte der Notarzt: „Es muss nur das Rettungsmittel rechtzeitig zum Patienten kommen.“