Andrea war kein unbekannter Wolf. Schon seit dem vergangenen Jahr verfolgten Wissenschaftler der Universität Udine seine Wanderung durch Kärnten. Das junge Männchen hielt sich unter anderem im Raum Mallnitz auf, seine Bewegungen wurden über ein GPS-Halsband aufgezeichnet. Anfang Februar wurde Andrea bei Obervellach erschossen – mehr dazu in Besenderter Wolf in Kärnten abgeschossen (kaernten.ORF.at; 4.2.2026). Der Fall ist jetzt Teil einer Beschwerde bei der Europäischen Kommission.
Abschusspraxis in Kärnten prüfen
Naturschutzorganisationen wollen prüfen lassen, ob die Abschusspraxis in Kärnten und Tirol mit europäischem Recht vereinbar ist. Dabei geht es unter anderem darum, ob vor Abschüssen ausreichend nach anderen Lösungen gesucht wird und wie sich mehrere getötete Tiere auf den Wolfsbestand auswirken.
Kritisiert wird auch der Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Denn die Universität Udine stand wegen Andreas Wanderungen bereits mit Stellen in Kärnten in Kontakt.
Land wies Kritik zurück
Das Land hatte die Kritik nach dem Abschuss zurückgewiesen. Nach den Kärntner Regeln kann ein Wolf unter bestimmten Voraussetzungen zum Abschuss freigegeben werden.
Die EU-Kommission beschäftigt sich bereits mit mehreren Aspekten des österreichischen Wolfsmanagements. Die Beschwerde soll nun klären, ob die Praxis – gerade auch in Kärnten – den europäischen Vorgaben entspricht.