Rund 35 Notrufe seien bis Sonntagvormittag in der Landesalarm- und Warnzentrale eingegangen, so das Land Kärnten in einer Aussendung. Die Anruferinnen und Anrufer meldeten überwiegend Rauchentwicklung beziehungsweise deutlichen Rauchgeruch. Aufgrund der aktuellen Windströmung werde der Rauch der italienischen Waldbrände in Richtung Kärnten verfrachtet. Die übermittelten Satellitenbilder zeigen die großräumige Rauchentwicklung.
Rauchschwaden ziehen bis nach Kärnten
Teilweise ziehen Rauchschwaden von den Waldbränden in Friaul rund um Tolmezzo durch die herrschende Südwestströmung nach Kärnten. Das führe immer wieder zu Notrufen, so die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). Breitflächige Schwaden kämen aber von Italien. Am Sonntag wurde am Weißensee auch wieder Löschwasser aufgenommen.
Dorf wurde evakuiert
Die Brände sind durch den Wind sehr schwer unter Kontrolle zu bringen. Der größte Brand wütet auf dem Monte Amariana, dort sind nach Informationen der Regionalregierung schon 400 Hektar betroffen. Die Lage in Carnia verschärft sich, das Dorf Pissebus bei Tolmezzo wurde evakuiert. Die Flammen breiten sich immer weiter nach unten aus und kommen den Siedlungen zu nahe. Die Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.
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Für 18 Gemeinden in der Region, auch um Gemona, gilt eine Warnung des Zivilschutzverbandes wegen Gesundheitsgefährdung. Überall ist dichter Rauch, die Menschen sollten den Aufenthalt im Freien auf ein Minimum reduzierenen. In der Zwischenzeit tauchte im Süden von Tolmezzo ein neues Problem auf – es kommt braunes Wasser aus den Wasserhähnen. Ein Phänomen, das nach Angaben des Bürgermeisters mit den Folgen der Brände zusammenhängen könnte.
Luftqualität wird überwacht
Die Luftqualität im betroffenen Bereich rund um Tolmezzo werde von den zuständigen italienischen Behörden sowie in Kärnten durch die Abteilung 8 des Amtes der Kärntner Landesregierung (Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination) laufend überwacht. Die Kärntner Einsatzorganisationen stehen mit den zuständigen Behörden in Kontakt und beobachten die weitere Entwicklung, hieß es weiter. Sollte allerdings jemand Rauch aus einem Waldstück aufsteigen sehen oder gar Flammen, dann sei unbedingt die Notrufnummer 122 zu wählen.
Löschflugzeuge nehmen weiterhin Wasser auf
Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) sagte am Sonntagnachmittag in einer Aussendung, dass Löschflugzeuge auch am Montag von 8.00 bis 13.00 Uhr am Weißensee Wasser entnehmen werden. Wie lange die Wasserentnahmen weitergeführt werden, sei noch ungewiss.
Der Einsatz über Grenzen hinweg zeige, wie sehr man in der Alpen-Adria-Region zusammenhalte, so Fellner. „Damit alles möglichst sicher abläuft, arbeiten Feuerwehr, Polizei und Wasserrettung, die Gemeinde Weißensee, das Land Kärnten und die Bezirkshauptmannschaft Spittal eng zusammen." Waldbrände in ganz Europa zeigen derzeit deutlich, dass Brandkatastrophen aufgrund der veränderten Klimabedingungen immer mehr zunehmen. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung seien daher umso wichtiger.