Die Ärztekammer sieht sich in die Diskussion über Facharztzentren derzeit nicht eingebunden. Vizepräsident Edgar Wutscher, Obmann Bundeskurie niedergelassene Ärzte, sprach sich heute im Ö1-Morgenjournal nicht grundsätzlich gegen die Idee aus, sieht aber noch viel Diskussionsbedarf.

So stelle sich die Frage, ob derartige Zentren in allen Regionen sinnvoll seien und ob sich auch genügend Ärztinnen und Ärzte dafür finden.

Mit der Einrichtung von 75 Gesundheitsversorgungszentren bis 2040 will die Regierung Spitäler entlasten und Wartezeiten bei Fachärztinnen und -ärzten verringern. Vorbild dafür sind die allgemeinmedizinischen Primärversorgungseinheiten (PVE).

Dafür ist eine Anschubfinanzierung notwendig, für die weitere Zukunft sollen die Gelder dafür dann in den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen festgelegt werden.

Bisher keine Gespräche

Weder die Politik noch die Sozialversicherung habe mit der Ärztekammer „nur einen Satz“ geredet, beklagte Wutscher nun. Er fragt sich daher, wie die Facharztzentren konkret funktionieren sollen, glaubt aber, dass die Idee „grundsätzlich diskussionswürdig“ und vernünftig sei. „Und da stehen wir zur Verfügung, aber es muss mal eine Diskussion losgetreten werden.“

Der Vizepräsident der Ärztekammer kann sich laut eigener Aussage durchaus vorstellen, dass das Modell in bestimmten Bereichen oder Zentren „ganz gut funktionieren kann“. Das müsse aber noch im Detail geklärt werden, betonte er. „Man muss auch Ärztinnen und Ärzte finden, die das machen.“

Einen „guten Mix“ könne er als Allgemeinmediziner durchaus unterstützen und fördern. Zuerst müsse man aber auch ausloten, wo die Facharztzentren regional sinnvoll seien.