Nach dem Bruch in Polens Oppositionspartei PiS hat Ex-Regierungschef Mateusz Morawiecki die Gründung einer eigenen Fraktion angekündigt.
Seiner Gruppierung „Entwicklung plus“ würden 40 Parlamentsabgeordnete und ein Senator angehören, sagte Morawiecki in Warschau. „Wir wollen für die Entwicklung Polens und die konservative Identität arbeiten.“ Inhaltliche Details werde er in den kommenden Tagen bekanntgeben.
Die rechtskonservative PiS war bisher im Sejm, der ersten Kammer des polnischen Parlaments, mit 181 Abgeordneten vertreten. Im Senat, der zweiten Kammer, stellte sie bisher 33 Senatoren.
Machtkampf um Richtungsentscheidung
Polens größte Oppositionspartei war am Freitag zerbrochen. Auslöser war ein Machtkampf zwischen dem 77 Jahre alten Parteigründer Jaroslaw Kaczynski und dem 58 Jahre alten Morawiecki.
Morawiecki wollte den von Kaczynski verordneten Rechtsruck nicht mittragen und hatte mit anderen Vertretern des wirtschaftsliberalen Flügels die parteiinterne Gruppe „Entwicklung plus“ gegründet.
Kaczynski war die Gruppe ein Dorn im Auge. Er verlangte mit einem Ultimatum ihre Auflösung und wollte, dass alle Mitglieder eine Loyalitätserklärung unterschreiben. Morawiecki verweigerte beides.