Die heimische Wirtschaftsleistung hat im zweiten Quartal stagniert. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Schnellschätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO).
Im vierten Quartal 2025 und im ersten Quartal 2026 war das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um jeweils real 0,2 Prozent gegenüber der Vorperiode gestiegen.
Der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegene Erdölpreis habe die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal belastet und dadurch die konjunkturelle Erholung unterbrochen, so die Wirtschaftsforschenden in ihrer Analyse.
Ersten Berechnungen zufolge lag das BIP real im zweiten Quartal in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges sei die Industriekonjunktur im Quartal schwach verlaufen. Die Bauwirtschaft verzeichnete laut WIFO erneut einen Rückgang. Im Bereich Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie habe es einen leichten Zuwachs gegeben.
WIFO-Experte: Kein Grund, Konjunkturprognose zu ändern
WIFO-Konjunkturforscher Marcus Scheiblecker zeigte sich von der Schnellschätzung nicht überrascht. Man habe aufgrund des Iran-Krieges und des Ölpreisanstiegs mit einem schwachen zweiten Quartal gerechnet. Für das Gesamtjahr erwartet das WIFO weiter ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. „Wir sehen derzeit keinen Grund, unsere Prognose zu ändern“, sagte Scheiblecker zur APA.
Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnete mit der aktuellen BIP-Entwicklung. Die Schnellschätzung bestätige die „OeNB-Prognose vom Juni“, hieß es von OeNB-Chefökonom Wolf Heinrich Reuter in einer Aussendung.
Angesichts der neuen BIP-Schätzung kritisierte FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm die Wirtschaftspolitik der Regierung. Kolm forderte „eine Entlastung statt immer neuer Belastungen für Betriebe“.