Fast 10.000 Hitzetote hat es heuer in Deutschland bereits gegeben. Das geht aus dem heute in Berlin veröffentlichten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Bis 19. Juli seien aufgrund hoher Temperaturen geschätzt mindestens 9.800 Menschen gestorben. Das sei die höchste Zahl an Hitzetoten seit 2016. Der bisher höchste Wert lag zuletzt im Jahr 2018 bei geschätzt 8.900 hitzebedingten Sterbefällen.

Der größte Anteil von Hitzetoten entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Insgesamt sterben zudem mehr Frauen als Männer infolge extremer Temperaturen. Das lässt sich laut RKI aber auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen.

Vorerkrankungen als Risikofaktoren

Hitze führt selten unmittelbar zum Tod, in den meisten Fällen ist es eine Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- und Nierenerkrankungen.

Daher wird Hitze auf dem Totenschein nicht als Todesursache angegeben und taucht auch nicht in der deutschen Todesursachenstatistik auf. Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird mit Hilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze berechnet.

Die Auswirkungen der hohen Temperaturen in diesem Jahr könnten damit sogar noch größer sein als anhand des Modells berechnet. Die Übersterblichkeit wird dem RKI zufolge derzeit auf fast 16.000 geschätzt.