Die Statistik Austria hat laut Ö1-Mittagsjournal heute die Daten der Übersterblichkeit bis Mitte Juli veröffentlicht. In der ersten Juli-Woche habe es mit mehr als 1.800 Menschen um 20 Prozent mehr Tote gegeben – und damit den bisher höchsten Wert.
Zwar fällt der Zeitraum mit der ersten Hitzewelle zusammen, dennoch könne man hierzulande noch nicht seriös sagen, wie viele Menschen davon tatsächlich Hitzetote sind. Klar sei aber: „Der statistische Zusammenhang zwischen der Temperatur und den Todeszahlen ist offensichtlich“, so Physiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner. Konkret bedeutet das: „Wenn es besonders heiß wird, dann sterben mehr Leute.“
Hitze keine direkte Todesursache
Der Umweltmediziner Hanns Moshammer von der MedUni erklärte gegenüber Ö1, Hitze alleine führe sehr selten unmittelbar zum Tod. In den meisten Fällen sei es eine Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen.
Um die Zahl dieser hitzeassoziierten Sterbefälle dennoch zu errechnen, wird eben die Übersterblichkeitsstatistik herangezogen – wie die Zahl der Hitzetoten berechnet wird. In Österreich berechnet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) diesen Wert jeweils im Herbst. Vergangenes Jahr waren es 449, im Jahr zuvor 989.
Greenpeace fordert von Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) ein Hitzenotfallpaket sowie „das lang überfällige Klimaschutzgesetz“.
RKI: Fast 10.000 Hitzetote in Deutschland
In Deutschland gab es heuer bereits fast 10.000 Hitzetote. Das geht aus dem heute in Berlin veröffentlichten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Bis 19. Juli seien aufgrund hoher Temperaturen geschätzt mindestens 9.800 Menschen gestorben. Das sei die höchste Zahl an Hitzetoten seit 2016.
Der größte Anteil von Hitzetoten entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Insgesamt sterben zudem mehr Frauen als Männer infolge extremer Temperaturen.