Das Parlament hat heute der im Nationalsozialismus getöteten Roma und Sinti mit einer Kranzniederlegung im Weiheraum beim Äußeren Burgtor auf dem Heldenplatz gedacht.

Die Parlamentsspitze wurde durch Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs, den Zweiten Nationalratspräsidenten Peter Haubner (beide ÖVP) und die Dritte Präsidentin Doris Bures (SPÖ) vertreten. Die Kranzniederlegung erfolgte mit dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, Emmerich Gärtner-Horvath.

In einem beispiellosen Zivilisationsbruch sei Roma und Sinti ihre Würde, ihre Heimat und ihr Leben genommen worden, zitiert die Parlamentskorrespondenz Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) anlässlich des Gedenktages. Das Gedenken sei ein Auftrag an alle, menschlich und wachsam zu sein und alle jene zu schützen, die ausgegrenzt werden.

Von den rund 11.000 Angehörigen der Volksgruppe in Österreich seien etwa 90 Prozent Opfer des NS-Terrors geworden, erklärte Haubner. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau 4.300 Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze von der SS ermordet. 2015 verabschiedete das Europäische Parlament eine Entschließung, mit der der 2. August als Gedenktag für den Völkermord an den Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze während des Zweiten Weltkrieges anerkannt wurde.

Jugendgruppe protestiert

Der erste Jugendverein der Volksgruppe, die Hochschüler*innenschaft Österreichischer Rom*nja (HÖR), verzichtete indes auf die jährliche Gedenkkundgebung am Ceija-Stojka-Platz in Wien-Neubau. Der Verein fordert ein zentrales Denkmal für die ermordeten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze in Wien.