Am Samstag hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social verkündet, alle Angriffe auf den Iran auszusetzen, da „die Grundzüge eines Abkommens vereinbart worden seien“. Das Abkommen müsse die „vollständige und uneingeschränkte“ Öffnung der Straße von Hormus beinhalten, fügte er hinzu.

Am Sonntag kündigte Trump an Bord der US-Präsidentenmaschine neue Gespräche für Montagnachmittag an. Keine Details nannte er zum Verhandlungsort, den Teilnehmern und der Länge der Gespräche. Aus dem Iran gibt es bisher keine Bestätigung.

Trump sagte, er habe neuerliche Attacken nur abgeblasen, weil die Verbündeten in der Region ihm gesagt hätten, dass eine Einigung wohl kurz bevorstehe. „Ich denke, es gibt einen Deal“, sagte er. Auch die iranische Seite habe zu verstehen gegeben, dass sie einen „Deal“ wolle. Und Verhandlungen könnten viel Blutvergießen verhindern.

Neue Route durch Straße von Hormus

Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman geht es unterdessen um eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, dass die Verhandlungen nicht die Öffnung der Meerenge bedeuten würden. Zudem hieß es aus dem iranischen Außenministerium, dass die Lage in der umkämpften Meerenge nicht mehr zu ihrem Vorkriegsstatus zurückkehren werde.

Bisher keine inhaltlichen Details

Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran sieht vor, dass Teheran sich mit Oman in Abstimmung mit den Anrainerstaaten über die künftige Verwaltung der Meerenge einigen soll. Angaben darüber, wie eine mögliche Einigung aussehen könnte, gab es am Sonntag zunächst nicht.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Iran: Reden über Wiederbelebung von Rahmenabkommen

Iranischen Angaben zufolge nahmen Vermittler auch die Gespräche über eine Wiederbelebung eines im Juni mit den USA geschlossenen und derzeit ausgesetzten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges am Golf wieder auf. „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler“, sagte der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview.

Mitte Juni hatten die USA und der Iran auf Vermittlung Pakistans und Katars ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Das Abkommen sollte binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen und sieht bis dahin eine sichere und unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor.

Ghaschghawi: „Meinungsaustausch“

„Sie wissen, dass die Hauptfrage die der Straße von Hormus ist“, und es finde derzeit „ein Meinungsaustausch“ zu diesem Thema statt, sagte der Abgeordnete, der auch Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit ist. Fünf Monate nach Kriegsbeginn, der in der Region zu Tausenden Todesopfern geführt und die Weltwirtschaft beeinträchtigt hat, fällt es den Vermittlerländern Pakistan und Katar schwer, die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die USA und der Iran greifen einander seit Wochen wieder gegenseitig an, wobei es vor allem um die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus geht, über die Teheran die Kontrolle weiterhin behalten möchte.