Anlässlich des Equal Pension Day am 9. August, jenem Tag, an dem Männer statistisch gesehen bereits jene Pension erhalten haben, für die Frauen ein ganzes Jahr brauchen, rufen zahlreiche Organisationen die Politik zum Handeln auf.
Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl forderte u. a. den Ausbau der Kinderbetreuung und ein Bonus-Malus-System für die Älterenbeschäftigung. Auch Caritas, ÖGB und Pensionistenverband sehen Handlungsbedarf.
Anderls Forderungen bekamen heute Zuspruch von einigen weiteren Organisationen. Neben dem ÖGB und SPÖ-nahen Pensionistenverband forderte auch Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler, „bei den Ursachen anzusetzen“. Kritisch sieht sie die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung: Diese treffen laut ihr vor allem Frauen mit niedrigem Einkommen.
Kritik der Opposition
Kritik an der Bundesregierung kam auch aus der Opposition. Die Grünen forderten einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag sowie den flächendeckenden Ausbau von Betreuungsangeboten.
Von einem „Schlag ins Gesicht, für jeden, der dieses Land mit seiner Hände Arbeit aufgebaut hat“, sprach indes FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch hinsichtlich des Vorschlags von Anton Mattle, Landeshauptmann von Tirol (ÖVP).
Der Pensionsantritt solle nicht vom Alter, sondern den geleisteten Jahren abhängen, so Mattle.
„Eine Pflegerin, eine Kellnerin, ein Facharbeiter oder ein Bauarbeiter kann nach 45 Jahren Knochenarbeit einfach nicht mehr. Ihnen und all jenen, die Brüche im Erwerbsleben haben, mit noch mehr Arbeitsjahren zu drohen, ist eine beispiellose Arroganz und Missachtung der Lebensleistung von Millionen Österreichern“, so Belakowitsch dazu.